„Eigentlich“, sagt SGSH-Übungsleiter Lars Faßbender, „haben wir es ganz gut gemacht“. Die erste Hälfte beim Favoriten in Bielefeld gestalteten die Dragons dabei vor allem im Mittel akzeptabel – eigentlich. Der Coach lässt das wartende Aber sogleich folgen: „Wir sind nur ganz schwer in den Rückzug gekommen und haben Bielefeld dadurch viele Tempo-Gegenstöße und einfache Tore geschenkt.“ Dadurch brachten sich seine Schützlinge um den mühsam erarbeiteten Lohn, der sie zwischenzeitlich auf vier Tore an die TSG heranbrachte.
So ging die SGSH mit einem berechtigten „Hier geht was“-Gefühl auf die Platte zurück und verpasste es, sich weiter zu belohnen. „Unser kreatives Element zu Beginn war nicht aufgegangen. Trotzdem hatten wir das Gefühl, dass im zweiten Abschnitt etwas möglich ist. Leider lassen wir im Verlauf dann aber acht, neun Hundertprozentige liegen – so kannst Du dann auch kein Spiel in Bielefeld gewinnen“, räumt der Coach die nicht unbedingt gute Chancenverwertung ein. Gepaart mit den Ausfällen der Leistungsträger Brian Gipperich, Felix Jaeger und Erik Blaauw ergab sich so ein Cocktail, der nicht nur im Abgang bittere Noten bereithielt.
Faßbender: Kühle Köpfe und heiße Herzen
Gehadert indes wird im Sauerland keineswegs, vielmehr richtet sich der Blick bereits nach vorn: „Wir werden es kommende Spielzeit wieder versuchen, dort erfolgreich zu sein“, sagt der Coach und untemalt damit einmal mehr sowohl sportlichen Ehrgeiz als auch Ambition seiner Sieben. Zunächst aber lautet die nächste Ausfahrt Hildesheim. Die Eintracht gastiert beim vorletzten Heimspiel der Dragons im Schalksmühler Löh und hat wesentlich mehr zu verlieren, wie der Trainer sagt: „Hildesheim spielt eine überragende Saison und hat nur das Spiel in Emdstten verloren. Sie dominieren die Liga mit beinahe ausnahmslos deutlichen Ergebnissen. Entsprechend werden sie sich bei uns nicht die Blöße geben wollen.“
Auf dem Spiel steht dabei aber noch deutlich mehr als reines Prestige. Der Tabellenführer wird alles in seiner Macht stehende tun, um den Platz an der Sonne für eine theoretisch bessere Ausgangslage für die Play-Offs zu halten. Der Druck liegt dadurch naturgemäß beim Schwergewicht. Ein weiteres positives Indiz stellt die Hinserie dar, in welcher die Dragons zwar deutlich mit 29:36 unterlagen. „Unser Plan ist damals aber über weite Strecken aufgegangen, wir haben lange Zeit sehr gut mitgespielt.“ Gut möglich also, dass auch gegen Hildesheim etwas geht. So oder so: „Wir werden uns ganz normal auf das Spiel vorberieten und alles, was in uns steckt, auf dem Platz lassen. Es ist das vorletzte Heimspiel, wir möchten vor unserem Publikum erhobenen Hauptes von der Platte gehen.“
Personalkorsett wird enger
Während Erik Blaauw für diese Spielzeit schon vor dem Duell keine Option mehr darstellte, wuchs das Lazarett im Sauerland zuletzt beträchtlich weiter an. Brian Gipperich ist nach einer Erkältung erst wieder ins Training eingestiegen und auch Luis Buschhaus, der gegen Bielefeld einen Schlag aufs Knie abbekam, konnte nicht durchgängig trainieren. Neuzugang Felix Jaeger laboriert dieser Tage an Sehnenproblemen. Über allen Vieren steht hinsichtlich der Einsatzchancen für das Wochenende noch ein großes Fragezeichen. Doch ob nun auf oder neben der Platte, dabei sein werden sie am kommenden Samstag in jedem Fall.
Anwurf der Partie ist um 19 Uhr.