Der Samstagabend, 7. März, im Sportzentrum Hochdorf verspricht alle Zutaten, die ein echtes Abstiegsduell ausmachen: Während den Dragons allmählich die Zeit in der Südwest-Staffel davonläuft, geht es auch dem HLZ Friesenheim-Hochdorf II als Tabellenelftem um bloße Existenzsicherung.

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Für die Dragons ist die Partie ein weiterer wichtiger Prüfstein in einer Saison, die bislang von entschieden zu vielen Gegentoren, zu vielen Ausfällen und daraus folgend mangelnder Konstanz geprägt ist. Die 36:40-Niederlage gegen Düsseldorf-Ratingen war ein weiterer Rückschlag und offenbarte erneut das größte Problem der Sauerländer. Mit inzwischen 743 Gegentreffern – im Schnitt 34 pro Spiel – stellt SGSH gemeinsam mit Schlusslicht Haßloch mittlerweile die schwächste Abwehr der Liga. Im Abstiegskampf, wo Nuancen über Existenzen entscheiden, wird am Ende jedes einzelne weitere Gegentor eine gewichtige Rolle spielen.

Friesenheim-Hochdorf hingegen lebt von einer stabilen Grundstruktur, auch wenn die Offensive mit nur 611 erzielten Toren zu den harmloseren der Liga zählt. Das ist aber alles statistische Makulatur, galt das in der Vorwoche gegen Düsseldorf-Ratingen ebenso. Und auch das Hinspiel gegen die Ludwigshafener Zweite ging beim – zwar ebenfalls kurzweiligen, aber defensiv abermals desolaten – 35:42 schmerzlich in die Hose. Mit noch acht ausstehenden Partien und 16 zu vergebenden Punkten beträgt der Rückstand der Dragons auf das rettende Ufer weiterhin vier Punkte (Melsungen II), fünf auf die Bergischen Panther – und sechs auf den kommenden Gegner. Ein Sieg in Hochdorf würde die Tabelle wieder enger zusammenrücken lassen und könnte das Momentum entsprechend in Richtung Schalksmühle/Halver drehen.

Rückkehrer dringend benötigt – auch Gernus verlässt die SGSH im Sommer

Gleichzeitig gilt: Niederlagen gegen direkte Konkurrenz sind in dieser Phase kaum noch zu kompensieren. Die Dragons haben in den vergangenen Wochen zu viele solcher Gelegenheiten verstreichen lassen; ein weiterer Ausrutscher würde die ohnehin bescheidene Ausgangslage dramatisch verschlechtern. Umso wichtiger ist die zeitnahe Rückkehr der Säulen Felix Jaeger, Julian Thomas und Erik Blaauw, die mit ihrer Präsenz, Wurfkraft und Stabilität dem Team sowohl defensive Ordnung als auch offensive Durchschlagskraft geben. Um in Hochdorf zu bestehen, müssen die Dragons aber vor allem eines: den Laden dichtbekommen. Die Abwehr muss kompakter stehen, die Zweikämpfe müssen aggressiver geführt werden und die Torhüter brauchen Unterstützung aus dem Block. Gleichzeitig darf die SGSH nicht in Hektik verfallen und sich das Spiel des Gegners aufzwingen lassen.

Auch Fynn Voss und Finn Gernus werden in den verbleibenden Wochen und Monaten nach Kräften versuchen, die Mannschaft über den Strich zu bringen, um sich auf einer positiven Note zu verabschieden. Während schon länger bekannt war, dass Voss sich zur neuen Saison dem Oberligisten TuS Volmetal anschließen wird, zieht es Gernus in die Regionalliga West zu den Sportfreunden Loxten, wie der Verein in den vergangenen Tagen über die Social-Media-Präsenz verlauten ließ.

Es wird eines dieser Spiele, die einen Saisonverlauf entscheidend drehen können. Ein Sieg würde die Dragons wieder in Schlagdistanz bringen und neues Selbstvertrauen freisetzen; eine weitere Schlappe indes könnte bereits an Spieltag 23 nicht mehr zu egalisieren sein. Viele Chancen, die Saison noch zu retten, gibt es nicht mehr. Die kommende ist wie die zurückliegende weiterhin die wichtigste.