Pflanzsaison auf dem Wiblingwerder Friedhof. Nahezu jeder Besucher trägt derzeit eine Kiste Blumen unter dem Arm. Hornveilchen, Bellis und Primeln sollen die Gräber der Liebsten zieren und für Farbe sorgen. „Ich musste meine Blumen im Auto lassen. Ich habe jetzt nur eine kleine mitgebracht. Mein Mann und ich hätten nämlich heute Hochzeitstag“, erzählt eine Frau, die namentlich nicht genannt werden möchte. Gerne hätte sie das Grab richtig schön hergerichtet. Aber mit ihrem Gehstock könne sie den weiten Weg nicht mehr tragen. Ihr Auto stehe an der Kirche. Das Grab befinde sich am anderen Ende des Friedhofs. „Den Parkplatz kann man fast gar nicht mehr nutzen. Das ist jetzt der Lehrerparkplatz, damit die nicht so weit laufen müssen. Und wir müssen sehen, wie wir klar kommen. Ich komme jetzt mehrere Tage und nehme halt immer ein bisschen mit. Zwei Mal laufen schaffe ich einfach nicht mehr“, erklärt eine andere Frau. Der Weg zurück am Kindergarten hinauf falle ihr ebenfalls immer schwerer.
Rainer Nowak von der evagelischen Trinitatis Kirchengemeinde Mark kann die Senioren verstehen: „Gerade jetzt in der Pflanzsaison ist das gewiss für einige ein richtiges Problem.“ An der Straße entlang parken geht auch nicht. Diese ist zu schmal. Es bleiben nur die Parkplätze an der Kirche. „Der Parkplatz gehört nicht der Kirchengemeinde, sondern der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde. Daher haben wir da keinen Einfluss drauf“, erklärt Nowak.
LokalDirekt schildert das Problem Sebastian Putz, Leiter des Ordnungsamts. Auch er zeigt Verständnis und erklärt: „Die Parkfläche gehört der Kirche, die Fahrfläche der Gemeinde. Die Kirche darf gern ein Schild ,Nur für Friedhofsbesucher‘ aufstellen.“ Dies habe er auch unmittelbar der Gemeinde mitgeteilt. Schulleiterin Carsta Coenen kann die Senioren verstehen und verspricht, mit den Kolleginnen und Kollegen zu sprechen, damit die Besucher des Friedhofs wieder kürzere Wege mit ihren Blumen haben. „Ich bin mir sicher, dass wir eine Lösung für alle finden werden“, versprach Coenen.










