Die Schäden an der Allee entlang der Landesstraße 528 am Ortsausgang Halver sind immens. Die großen, hundert Jahre alten Linden haben während des Eisbruchs rund um den Jahreswechsel stark gelitten. Schwere Äste, Zweige und ganze Kronen sind herausgebrochen, an manchen Stellen zeugen nur noch Stümpfe von dem, was dort über Dekaden das Landschaftsbild prägte. „Wir mussten einige Bäume komplett fällen“, sagt Andreas Berg, Pressesprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW auf Anfrage von LokalDirekt – 21 Linden sind es bislang. Drei Tage lang war die Landesstraße gesperrt, die Entnahme der durch die Eislast stark geschädigten Bäume sei nötig gewesen, um die Straße wieder freigeben und für die Sicherheit garantieren zu können, so Berg.
„Wir waren schockiert über das Ausmaß der Schäden“, sagt der Sprecher angesichts der großen Lücken, die nun innerhalb der Allee klaffen. An den Bäumen, die noch stehen, hat der Eisregen ebenfalls zum Teil schwere Schäden angerichtet. In dieser Woche ist ein Baumprüfer des Landesbetriebs vor Ort, um die Linden genau zu begutachten. „Es ist viel herausgebrochen und angeknackst.“
Der Landesbetrieb hoffe zwar, dass nicht noch mehr Bäume gefällt werden müssen; sicher sei aber, dass bei vielen Bäumen eine sogenannte Kronenpflege durchgeführt werden müsse. Erhalt, so Berg, stehe aber ganz klar vor Fällung. Trotzdem weiß er: „Das Landschaftsbild hat sich an dieser Stelle verändert.“

Wo Bäume gefällt werden mussten oder noch müssen, sollen Linden nachgepflanzt werden, bestätigt Berg. So weit sei man aber noch nicht, der Landesbetrieb befindet sich weiterhin in der Schadensaufnahme. Mit im Boot sei dabei auch die Untere Naturschutzbehörde des Märkischen Kreises.

Insgesamt mussten aufgrund des Eisregens und der damit einhergehenden starken Winde am 31. Dezember und 1. Januar im Bezirk der zuständigen Straßenmeisterei Herscheid (dazu zählen weite Teile des MK) rund 80 Bäume gefällt werden. Die Anzahl der Bäume, die schwere Schäden an Krone und Ästen davontrugen, sei nicht zu beziffern, so Berg abschließend.
Eingetragen in Allee-Kataster NRW
Die Linden-Allee an der L528 ist eine sogenannte „eingetragene Allee“. Sie ist eingetragen in ein landesweites Kataster des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz und gilt nach Landesnaturschutzgesetz als geschützt. Die Einhaltung überwacht die Untere Naturschutzbehörde, wie MK-Pressesprecher Alexander Bange auf Nachfrage mitteilt. Die Beseitigung von Alleen sowie alle Handlungen, die zu deren Zerstörung, Beschädigung oder nachteiligen Veränderung führen können, sind verboten. Im Falle einer wie hier Gefährdung für den Straßenverkehr durch die Bäume gelten diese Verbote jedoch nicht. Müssen Bäume gefällt werden, sind in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde Ersatzpflanzungen vorzunehmen, erläutert Bange weiter. Die Kosten trägt der Straßenbaulastträger, in diesem Fall der Landesbetrieb Straßen.NRW.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels war von zehn gefällten Bäumen die Rede. Diese vom Landesbetrieb Straßen.NRW angegebene Anzahl wurde durch die Untere Naturschutzbehörde MK auf 21 gefällte Bäume korrigiert.










