Märkischer Kreis. Seit dem Inkrafttreten des ‚Kirchengesetzes zum Schutz vor sexualisierter Gewalt‘ am 1. März 2021 setzt der Evangelische Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg die konkreten Maßnahmen Schritt für Schritt um. Als erstes wurde mit Jutta Tripp eine Präventionskraft des Kirchenkreises im Juli 2021 berufen. In dieser Funktion ist sie unter anderem für die Beratung von Presbyterien und Einrichtungen im heimischen Kirchenkreis zuständig und hilft dabei, das neue Kirchengesetz konkret umzusetzen. Im November 2021 wurden auf der Kreissynode dazu klare Standards zum Schutz vor und im Umgang mit sexualisierter Gewalt geschaffen.
Darüber hinaus haben zwei Mitarbeiterinnen der Suchtberatungsstelle des Diakonischen Werkes an der von der Evangelischen Landeskirche von Westfalen (EKvW) vorgeschriebenen Schulung teilgenommen und nun ihre Zertifikate für einen erfolgreichen Abschluss erhalten. Andrea Bäcker und Monika Triffo ließen sich fortbilden, um im Prozess der Umsetzung des Kirchengesetzes als Multiplikatorinnen zu fungieren und Mitarbeitende zu schulen.
Ziel sei es, die Teilnehmenden für das Thema zu sensibilisieren, Faktenwissen zu vermitteln und gemeinsam zu erörtern, wie Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene vor sexuellen Übergriffen geschützt werden können. „Insgesamt geht es darum, die Ausnutzung von Macht- und Abhängigkeitsverhältnissen zu erkennen, diese zu unterbinden und damit Übergriffen vorzubeugen.“, erklärt Andrea Bäcker, die seit 1993 in der Suchtberatungsstelle Lüdenscheid tätig ist.
Auch Kerstin Rentrop wird den Aufgabenbereich des heimischen Kirchenkreises unterstützen. Der hohe Personalaufwand sei notwendig, um die anstehenden Aufgaben angemessen leisten zu können. Derzeit sei davon auszugehen, dass man in den kommenden Jahren 1000 Haupt- und Ehrenamtliche im Kirchenkreis schulen wird. Im Februar dieses Jahres sollen die Schulungen der Mitarbeitenden von neun Kitas des heimischen Kirchenkreises beginnen.
Die vielen Herausforderungen zur Umsetzung des Kirchengesetzes zum Schutz vor sexualisierter
Gewalt sind für den Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg deutlich spürbar. Superintendent Dr. Christof Grote ist aber von dem großen Aufwand und seinen Auswirkungen überzeugt.
Gerade mit Blick auf Ereignisse der Vergangenheit hätten die Maßnahmen zur Intervention und Prävention von sexualisierter Gewalt höchste Priorität. „Kirche sollte ein Raum sein, in dem Menschen geschützt sind. Wie wir auch aus eigenen Erfahrungen im Kirchenkreis wissen, ist dies in der Realität aber nicht immer der Fall. Menschen haben hier schreckliche Erfahrungen machen müssen. Unser Ziel ist es, dass sich das bei uns nie mehr wiederholen wird. Dafür werden wir in der Zukunft sehr viel aufwänden und investieren.“









