Im Februar hat der Ausschuss-Vorsitzende Steffen Wieland Busch und Lebershausen als beratende Mitglieder verpflichtet (wir berichteten). Nun stellten sie die demokratischen Projekte und Strukturen ihrer Schule den Ausschussmitgliedern vor – Höhepunkt: der Gewinn des Preises für demokratische Schulentwicklung „DemokratieErleben“ der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik (LokalDirekt berichtete). Im November wurde ihnen der Preis von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin verliehen. 18 Schüler der Jahrgänge Fünf bis Dreizehn, neun Lehrer und Elternvertreter sind dafür in die Hauptstadt gereist.
Stolz zeigten sie ihren Ausschuss-Kollegen eine Auswahl ihrer Berlin-Bilder – inklusive Promi-Begegnungen. So hat etwa Schulleiter Johannes Heintges einen Schnappschuss mit Wirtschaftsminister Robert Habeck festhalten können. Für Busch und Lebershausen war das Rollenspiel im Deutschen Dom ein besonderes Ereignis. Hier sind die Schüler in die Rollen von Abgeordneten unter einer Nachbildung der Reichstagskuppel geschlüpft und haben eifrig debattiert. „Das spornt uns an, uns weiterhin für demokratische Strukturen an unserer Schule einzusetzen“, zeigten sie sich einig und entschlossen. Schon die Fünftklässler wollen sie mitnehmen und einbeziehen, betonten sie.

Auch nach Hamburg wurden die Gesamtschüler mit ihrer SV-Lehrerin Claudia Koch-Meitz eingeladen, um im Rahmen verschiedener Seminare das Demokratiekonzept ihrer Schule vorzustellen.
Das nächste politische Ereignis steht bereits am Dienstag, 6. Juni, in der Gesamtschule an: die Schülersprecherwahl. Schülersprecher werden in der Gesamtschule direkt gewählt. Wie bei Kommunal- und Bundestagswahlen gehören auch in der Gesamtschule ein Wahlkampf mit Programmen um die Gunst der Schülerstimmen und ein Wahlverzeichnis dazu. Für den Wahltag besorgt die Schule Wahlkabinen und Wahlurnen von der Stadt Kierspe fürs PZ (Pädagogisches Zentrum, Anm. d. Red.). Schülersprecher werden für zwei Jahre gewählt. Die Klassensprecher bilden die Schülerparlamente. „Aber auch ohne Amt kann man sich einbringen. Ein gutes Beispiel: Die Aktionen zur Unterstützung der Erbebenopfer in der Türkei und Syrien (Anm. d. Red.: LokalDirekt berichtete)“, so Lebershausen.
Auch außerhalb der Schule engagieren wir uns, betonten Busch und Lebershausen und berichteten von Schüler-Teilnahmen an Friday-For-Future-Klimademonstrationen in Dortmund.
Politik für Schule
„Was können wir als Politik für euch tun“, fragte Wieland die Schülervertreter nach ihrer Präsentation. Neben Handyregelungen beschäftigt die Schüler Busch und Lebershausen zufolge besonders die Gestaltung des Forums. „Wir haben hier eine Betonwüste. Wir wollen mehr Grün“, brachte Busch die Schülerforderungen auf den Punkt. „Und wir brauchen Sitzgelegenheiten“, fügte Lebershausen hinzu. „Wir wissen, dass die Forumsfläche alle zwei Jahre für das Stadtfest genutzt wird, aber die Schüler halten sich jeden Tag hier auf“, unterstrich Heintges das Schüleranliegen. Er unterstützte das Ansinnen von Schülern und Schule, dass ihre Forderungen und Vorschläge gehört werden: „Wir haben schon viele Ideen eingereicht, wie das Forum verschönert werden könnte. Passiert ist nichts“, bedauerte Heintges.
Forderung: Attraktivere Bedingungen für Schüler und Lehrer
Neben schulischen Forderungen fehlt es den Jugendlichen an Freizeitangeboten und an einer attraktiven Infrastruktur, sind sich Busch und Lebershausen einig. „Dauerbrenner MVG“, warf Lebershausen als Stichwort ein. Dem pflichtete auch Heintges sowie sein Kollege Thomas Block, Schulleiter der Pestalozzi- und der Schanhollengrundschule mit Blick auf den Lehrermangel bei. Das größte Problem: die Rahmedetalbrücke. „Wir haben viele Kollegen, die aus Dortmund pendeln“, berichtete Heintges. „Neue Kollegen bekommen wir aus dem Raum nicht mehr.
Weiterer Punkt von Schülern und Lehrern: die Fahrradsicherheit in Kierspe. „Die Aktion Stadtradeln hat ein Schlaglicht auf die unseren Verhältnisse geworfen“, so Heintges, dessen Schule ihren Titel verteidigen konnte (wir berichteten). „Wir würden uns wünschen, dass Markierungen in den Nebenstraßen für Schüler das Radfahren zur Schule sicherer machen könnten“, legte er den Ausschussmitgliedern nahe.
Müll in der Raucherecke
Aber auch die Politik hatte Forderungen an die Schüler. So verwies Nobert Höhn (UWG) auf die Müllsituation nahe des Hallenbads Räukepütt auf den Zuwegen zu den Parkplätzen. „Das ist die Raucherecke“, gab Busch zu. Ein geregelter Ordnungsdienst funktioniert nicht optimal, räumte sie ein. Gleichzeitig sprang Heintges für seine Schüler in die Bresche: „Vermüllung am Schulgelände kommt nicht immer von unseren Schülern, betrifft uns aber. Das ist fremder Vandalismus und hat nichts mit der Schule zu tun“, betonte er.
Dankbar zeigten sich die Ausschussmitglieder über die Einblicke in das schulische Leben. Markus Pempe (CDU) schlug abschließend vor, Vorschläge seitens der Schule, die nicht umgesetzt werden können, seitens der Politik ordentlich zu begründen.
Als neues beratendes Mitglied ist die Freie Schule am Mittwoch in den Ausschuss aufgenommen worden. Wieland verpflichtete Geschäftsführerin Bärbel Schenk.










