Am Mittwochabend, 24. September, bekam eine Halveranerin (60) einen Anruf von ihrer vermeintlichen Tochter und einer vermeidlichen Polizisten. Die Tochter wäre über eine rote Ampel gefahren, habe eine schwangere Fußgängerin getötet und sei dann geflohen. Sie müsse jetzt ins Gefängnis.

Der Ablauf war typisch für diese Art von Kriminalität, teilt die Polizei mit. Die Mutter könne ihre Tochter jetzt vor dem Gefängnis bewahren, wenn sie eine hohe Kaution zahle. Die Betrüger brachten die Halveranerin dazu, erst zum Amtsgerichts nach Gummersbach, im Anschluss zum Amtsgericht nach Bergisch-Gladbach zu fahren, um dort auf den Parkplätzen Schmuck und eine hohe Geldsumme zu übergeben. Als sie wieder nach Hause kam, traf sie auf ihre Tochter und der Schwindel flog auf.

Bei diesem Fall handelt es sich nicht um ein Einzelschicksal. Zu Beginn der Woche hatten sich mehrere, meist ältere, Menschen aus dem Volmetal bei der Polizei gemeldet, weil sie gleichgelagerte Anrufe bekommen hatten. Die Polizei warnt vor der Betrugsmasche. Eine solche Kaution, wie sie von den Betrügern gefordert wird, gibt es in Deutschland überhaupt nicht. Doch die Betrüger bauen einen derartigen Druck auf, dass die Opfer jeden rationalen Gedanken verlieren und nicht mehr geradeaus denken können. Sollte man einen solchen Schockanruf erhalten, rät die Polizei dazu aufzulegen und bei der echten Tochter, dem echten Sohn oder auch bei der echten Polizei anzurufen.