Im Kampf um die Rückkehr in die Skaterhockey-Bundesliga haben die Samurai Iserlohn nach der 7:15-Hinspielniederlage den letztjährigen Erstligisten Deggendorf Pflanz nicht aus der Bahn werfen können. In der Heidehalle boten beide Teams Skaterhockey par excellence. Die Schützlinge von Robin Eckert bezwangen zwar die spielstarken Niederbayern mit 8:5 (3:0, 1:2, 4:3), doch das reichte nicht, um selbst ins Finale einzuziehen. Die Acht-Tore-Differenz aus dem Hinspiel erwies sich für die Samurai doch als zu große Hypothek.
20 Schüsse auf das gegnerische Gehäuse, aber nur drei Tore
Die hochmotivierten Hausherren hatten sich nach dem total verkorksten Hinspiel viel vorgenommen. Sie wollten Deggendorf Pflanz überrennen. Mit Zweikampfstärke, daraus resultierender Balleroberung und Schüssen aus jeder Lage sollte die Wende eingeleitet werden. Aber zwischen den Pflanz-Pfosten stand mit der erst 20-jährigen Theresa Brunner eine starke Torfrau, die im ersten Drittel nur dreimal hinter sich greifen musste. „Für den hohen Aufwand haben wir uns nicht ausreichend belohnt. Wir hätten bei 20 Abschlüssen mit fünf oder sogar sechs Toren in die erste Pause gehen können, ja sogar müssen. Uns fehlte da die Kaltschnäuzigkeit“, resümierte Robin Eckert. „So ein Ergebnis hätte dann vielleicht etwas in den gegnerischen Köpfen bewirkt.“ Nach den Toren von Christian Dicke, Tim Linke und Dominik Uedickoven betrug die Differenz bis hin zu einer möglichen Verlängerung nur noch fünf Treffer. Dieses Manko wettzumachen, war keineswegs utopisch.
Deggendorf Pflanz setzte nach der Pause erste Nadelstiche
Bevor das erste Bully im zweiten Abschnitt erfolgte, unterhielt Vanessa Bria aus Iserlohn, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen „EsmeRae“, die erwartungsvollen Samurai-Fans. Sie trug bei ihrer Performance das Trikot mit der Nummer 90. Auf dem Parkett trug es Ryan Burns, der im zweiten Drittel verletzt ausschied. Wer nach Wiederanpfiff auf ein schnelles 4:0 gehofft hatte, lag verkehrt. Denn nun war Deggendorf Pflanz im Spiel. Sie stemmten sich mit Kampfkraft gegen die in keiner Phase aufsteckenden Iserlohner. Mit flinken Attacken über die Flügel erzeugten die Niederbayern Torgefahr. Samurai-Keeper Sven Rotheuler musste in der 29. Minute zum ersten Mal die Kugel aus dem eigenen Netz holen. Dieser Gegentreffer fiel unmittelbar nach überstandener Zeitstrafe. Aber die Antwort der Gastgeber folgte prompt: Tim Linke stellte den alten Abstand wieder her. Aufkeimende Iserlohner Hoffnungen machten die Deggendorfer mit dem postwendenden 4:2 zunichte. Da half es den unermüdlich rackernenden Samurai nicht, dass die zweite Zeitstrafe ohne Gegentor überstanden wurde.
„Weiter, weiter, weiter,“, das war die Devise der Samurai
Auch im letzten Drittel trieb Trainer Robin Eckert sein Team immer wieder an: „Weiter, weiter, weiter!“ Aber selbst nach dem 5:2 durch Christian Dicke (44.) und dem bald folgenden 6:2 durch Nazar Korobov (46.) ging es für die Samurai nicht wie erhofft weiter. Deggendorf Pflanz stemmte sich mit Macht und schnellen Angriffen gegen die alles auf eine Karte setzenden Iserlohner. Nur 47 Sekunden später machte Maxim Bernhardt mit dem dritten Treffer den Deckel drauf. Die geschockten Gastgeber kassierten innerhalb von nur einer Minute Gegentor Nummer vier und fünf. Nach dem 6:5 rafften sich die Samurai noch einmal auf, um wenigstens den Heimnimbus zu wahren. „Die Jungs haben Charakter bewiesen, wollten das Spiel keinesfalls abschenken“, lobte Robin Eckert.
Auch Samurai-Teammanager Frank Riepe gab ehrlich zu: „Deggendorf war schon ein starker Gegner, sie stehen verdient im Finale. In den beiden letzten Dritteln haben sie ihr Können unter Beweis gestellt. Sein Sohn, Kapitän Marius Riepe redete ebenfalls nicht um den heißen Brei herum: „Wir haben uns nichts vorzuwerfen, wir haben alles in die Waagschale geworfen. Am Ende hat uns die hohe Hinspielniederlage das Genick gebrochen.“ Trainer Robin Eckert musste das Geschehen erst einmal sacken lassen. „Auf einmal ist die Saison für uns zu Ende. Wir werden wohl in den nächsten Tagen etwas schlechter schlafen, aber es geht weiter.“
Torfolge: 1:0 (6.) Dicke, 2:0 (10.) Linke, 3:0 (17.) Uedickoven, 3:1 (29.), 4:1 (34.) Linke, 4:2 (34.), 5:2 (44.) Dicke, 6:2 (46.) Korobov, 6:3 (46.), 6:4 (53.), 6:5 (54.), 7:5 (55.) Linke, 8:5 (56.) Poerschke.
Samurai Iserlohn: Sven Rotheuler, Jonas Mohr; Marius Riepe, Mats-Ole Mikus, Max Kleinschmidt, Ryan Burns, Pascal Poerschke, Christian Dicke, Tim Linke, Davide Baracco, Florian Thoss, Nazar Korobov, Maximilian Otte, Dominik Uedickoven, Mike Ortwein.








