Energieversorgungskonzept vorgestellt: NRW-Ministerin Mona Neubaur spricht über die Zukunft der Energieversorgung

Die heimischen Unternehmen stehen vor einem enormen Transformationsdruck. Das wurde bei der Energiekonferenz in der Halle 5 des Kaltwalzwerks Mendritzki + Wilke am Stenglingser Weg in Iserlohn-Letmathe deutlich
Um den stark industriell geprägten Standort zukunftssicher aufzustellen, haben der Märkische Kreis, die Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis mbH (GWS MK) und die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) in Iserlohn ein regionales Energieversorgungskonzept vorgestellt. Die Veranstaltung, zu der später auch Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen hinzukam, markiert gleichzeitig den offiziellen Startschuss für einen neuen Lenkungskreis Energie.
Energieversorgung verlässlich und bezahlbar
„Die Energieversorgung muss verlässlich, sicher und bezahlbar sein“, steckte Landrat Ralf Schwarzkopf, der die Moderation der rund dreistündigen Veranstaltung persönlich übernommen hatte, den Rahmen bei seiner Begrüßung ab. Die Energietransformation sei von einem Anbieter alleine nicht zu bewältigen, weiß der ehemalige erfolgreiche Unternehmer aus eigener Anschauung. „Wir müssen früh ins Gespräch miteinander kommen, und die Verwaltung muss unterstützen“, so Schwarzkopf vor den mehr als 50 Teilnehmenden aus Unternehmen, Verbänden und Politik. Darunter auch die Bürgermeister von Hemer, Balve und Plettenberg.
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Produktionsrückgang
Wie abhängig die heimischen Unternehmen von günstigen Energiepreisen sind, verdeutlichte Jörg Lohölter, Geschäftsführender Gesellschafter von Mendritzki + Wilke und Gastgeber für die Konferenz. „Wir mussten den Rückgang von 35 bis 40 Prozent unserer Produktion in den vergangenen Jahren verkraften“, so Lohölter. Ein Grund sei die schwächelnde Automobilindustrie. „Es werden noch Autos gebaut, allerdings in China“, so Lohölter. Dort hätten sich in kürzester Zeit 400 Unternehmen gegründet, die Autos produzieren. „Alleine waren wir zu klein, deshalb der Zusammenschluss mit Mendritzki“, begründet Lohölter die Fusion.
Photovoltaikanlage geplant
Wie Energie-Abhängig sein Unternehmen ist, machte der Geschäftsführer anhand einiger Zahlen deutlich: „40 Millionen Kilowattstunden Gas werden pro Jahr verbraucht, 20 Millionen Kilowattstunden Strom und 310.000 Kubikmeter Wasserstoff.“ Eine Photovoltaikanlage sei geplant, die Anträge seien bereits vor zweieinhalb Jahren gestellt worden. Damit will das Unternehmen künftig 40 Prozent seines Energiebedarfs decken. Die Bearbeitungszeit des Antrags hält Lohölter für viel zu lang.
Energieversorgungskonzept erarbeitet
Die Ergebnisse des im Auftrag der regionalen Akteure erarbeiteten Energieversorgungskonzepts stellte Robert Schwarz (KPMG) vor. „Die Analyse zeigt konkrete Pfade und Handlungsfelder auf, wie der industrielle Mittelstand im Märkischen Kreis künftig unterstützt werden muss, um nachhaltig zu agieren und zu wettbewerbsfähigen Preisen mit klimafreundlicher Energie versorgt werden kann.“ Die Ergebnisse waren unlängst bereits in der Sitzung des Kreisausschusses präsentiert worden. „Der Energiebedarf der Industrie ist mit Strom alleine nicht zu decken“, ergänzte Landrat Ralf Schwarzkopf.
Drei Kurzfilme gezeigt
Wie abhängig die heimischen Unternehmen von einer stabilen und bezahlbaren Energieversorgung sind, zeigten drei Kurzfilme der Fr. u. H. Lüling GmbH & Co. KG aus Altena, der OTTO FUCHS KG aus Meinerzhagen und des Gastgebers Mendritzki + Wilke. Landrat Ralf Schwarzkopf: „Wir müssen jetzt gemeinsam die Weichen stellen, um die Wertschöpfung und die Arbeitsplätze in unserer Region langfristig zu halten.“
Probleme offen ansprechen
Eine wichtige Gesprächspartnerin gesellte sich im Laufe der Energiekonferenz hinzu: Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. „Wir müssen die Probleme offen ansprechen. Die Zeit des günstigen Gases aus Russland ist vorbei. Sie kommt auch nicht wieder. Wir müssen alle Hebel in Bewegung setzen und Barrieren abbauen“, so Neubaur. Man müsse sich miteinander gemeinsam richtig anstrengen für die Energiewende. Die sei vor allem für die Region wichtig. „Südwestfalen ist das industrielle Powerhouse Nordrhein-Westfalens“, so Neubaur.
Schnellere Genehmigungsverfahren
Die Ministerin forderte „schnellere Genehmigungsverfahren für erneuerbarer Energien“, Planungssicherheit für die Unternehmen, Investitionen in die Netze. In der anschließenden von Landrat Ralf Schwarzkopf moderierten Podiumsdiskussion, an der neben Mona Neubaur auch SIHK-Präsident Ralf Stoffels, Jonas Loschelder und Jörg Lohölter teilnahmen, stellte die Ministerin fest: „Die Menschen müssen sehen, dass alternative Energien funktionionieren.“
Lenkungskreis nimmt die Arbeit auf
Mit der Vorstellung des Konzeptes ist die Arbeit jedoch nicht beendet, sondern beginnt erst richtig: Der offizielle Start des „Lenkungskreises Energie“ soll sicherstellen, dass die theoretischen Ansätze nun zügig in die Praxis überführt werden. „Wir gehen hier als geschlossene Einheit aus Wirtschaft, Politik, Energieversorger und Netzbetreiber voran“, fasste SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Geruschkat (SIHK-Hauptgeschäftsführer) zusammen.
Über die Veranstalter
Die Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis mbH (GWS MK) engagiert sich für die wirtschaftliche Entwicklung, Vernetzung und Innovationskraft der Region. Gemeinsam mit der SIHK zu Hagen vertritt und unterstützt sie die Interessen des regionalen Mittelstands







