Das österreichische Ellmau am Wilden Kaiser bezeichnet Ralf Zambanini als seine zweite Heimat. Hier nahm er kürzlich mit Erfolg an der „Tour de Tirol“, dem 18 Kilometer langen Gipfelmarsch auf die sich in 1829 Metern auftürmende Hohe Salve teil. In neuer Rekordzeit von drei Stunden, 52 Minuten und acht Sekunden schritt er völlig entkräftet durch den Zielbogen. „Die letzten steilen Meter waren die Hölle.“

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Mit dem Berglauf-Weltmeister auf der Strecke

Der 61-jährige Bauschlosser aus Letmathe absolvierte seinen ersten Marathon 2004 in Steinfurt in 3:41 Stunden. Vier Jahre später avancierte er sogar zu einem echten WM-Teilnehmer. Diese Distanz legte er auch beim sogenannten „Berglaufen“ auf die Hohe Salve zurück. Mit von der Partie war auch der sechsfache Berglauf-Weltmeister Jonathan Wyatt aus Neuseeland. Die ersten sieben Kilometer liefen die beiden Protagonisten auf einem Rundkurs im Tiroler Almendorf Söll. „Da hatte ich noch Blickkontakt zum Weltmeister. Beim folgenden Anstieg auf die Hohe Salve war er aber auf und davon“, erinnert sich Ralf Zambanini, der das Ziel in 4:48 Stunden erreichte.

Auf der Rodelbahn zweimal rauf und runter

2009 machte ihm die schlechte Witterung allerdings zu schaffen. „Deshalb war ich eine halbe Stunde langsamer als im Vorjahr.“ Eine Besonderheit, nämlich starker Schneefall, sorgte 2011 für ein Novum. Die Hohe Salve war läuferisch auf dem geplanten Weg nicht zu erreichen, die Veranstalter zogen die Reißleine und sperrten die Strecke. Es tat sich jedoch schnell eine Alternative auf. Alle Teilnehmer mussten die tiefergelegene Rodelbahn zweimal rauf und runter laufen. „Das war eine Quälerei“, stellte Ralf Zambanini klar.

18 Kilometer und 1494 Höhenmeter bis zum Gipfel

Nach der Entrichtung von 29 Euro ging es am 4. Oktober 2025 mit der Startnummer 757 erstmals zum Gipfelmarsch in der Ü50-Klasse auf die Hohe Salve. Gut 18 Kilometer und 1494 Höhenmeter waren dabei zu bewältigen. „Diese Strecke ist traumhaft schön und fordernd zugleich“, erklärte Ralf Zambanini. Von Söll ging es über die Staumauern zum Filzalmsee, weiter auf der Kaiser-Marathonroute, vorbei am Hexenwasser rund um den Rigi (1532 Meter hoch). Dann folgten die finalen Meter bis zum Gipfel, in vier Stunden und 18 Minuten. „Nach dem Verschnaufen im Bergrestaurant sind wir mit der neuen Gondelbahn wieder nach Söll heruntergefahren. Das war eine Wohltat“, gab er zu.

Gleich 26 Minuten schneller als im Vorjahr

Während die Tour de Tirol zum 20. Mal ausgetragen wurde, feierte der Gipfelmarsch in diesem Jahr erst seine zweite Auflage. Fast 180 Personen gingen jetzt bei strahlendem Sonnenschein in Ellmau an den Start. „Bis zum Gipfel musste man über zahlreiche Wurzelwege gehen und hohe Tritte machen. Das hat viel Kraft gekostet und forderte die letzten Körner. Da muss man auf die Zähne beißen und durchhalten“, erklärte Ralf Zambanini, dessen Schwiegersohn Dennis Laske in dieser Saison auch schon das Tor des Fußball-Landesligisten Borussia Dröschede gehütet hat und mit der Familie auch regelmäßig Urlaub am Wilden Kaiser verbringt. Von seiner Familie gab es den verdienten Beifall, denn er war in diesem Jahr um 26 Minuten schneller im Ziel bei nur noch vier Grad Celsius.

Dreharbeiten Kultserie „Der Bergdoktor“

Dreimal pro Jahr sind die Zambaninis zu Gast am Wilden Kaiser. Beim Besuch im Juni 2025 war der Letmather während seines Marathon-Trainings sogar in die Dreharbeiten der Kultserie „Der Bergdoktor“ involviert. Bevor am Gruberhof die erste Klappe fiel, mussten noch die Obst- und Gemüsestiegen vor den Stallungen aufgefüllt werden. Der Letmather ging dabei Bergdoktor-Mutter Elisabeth Gruber (alias Monika Baumgartner) für ein „Vergelt´s Gott“ zur Hand. Jahre zuvor traf man ihn im lockeren Smalltalk mit dem inzwischen verstorbenen Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer und Ski-Welt- und Olympiasiegern Maria Höfl-Riesch.

Sonntag erst marschieren dann Fußball live

Die nächsten drei Familien-Besuche in Ellmau sind für 2027 geplant. „Auch beim dritten Gipfelmarsch will ich wieder dabei sein und finishen. Ich hoffe, dass ich auch im nächsten Jahr noch fit bin“, wünscht sich Ralf Zambanini, der immer am Sonntagmorgen zur Frühstückszeit mindestens zehn Kilometer marschiert. Je nach körperlicher Verfassung und Wetterlage kann es auch mal etwas länger gehen.“ Am Nachmittag ist er oft auf heimischen Fußball-Plätzen zu finden.

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