Der Schutz von Oberflächengewässern, Grundwasser und Boden sowie die Abwehr weiterer Gefahren erfordern im Ernstfall schnelle Sofortmaßnahmen. Daher betreiben die Umweltbehörden des Märkischen Kreises eine 24-Stunden-Rufbereitschaft gemäß den Vorgaben des Landes.
Bei Unfällen, Betriebsstörungen oder anderen Ereignissen, bei denen umwelt- und gesundheitsgefährdende Stoffe freigesetzt werden, sorgt die Rufbereitschaft dafür, dass Schäden beseitigt und insbesondere Gefahren für Grund- und Oberflächenwasser zügig eingedämmt werden. Dies geschieht in enger Abstimmung mit Polizei, Feuerwehr und den örtlichen Ordnungs- beziehungsweise Umweltschutzbehörden.
87 „Umweltalarme“ verzeichnete der Kreis im vergangenen Jahr, elf mehr als im Jahr 2024. Die Mitarbeiter der Rufbereitschaft rücken zu jeder Tages- und Nachtzeit aus, sobald eine akute Gefahr für Menschen, Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser oder die Atmosphäre besteht oder bestehen könnte. 2025 bedeutete dies 23 Einsätze an Wochenenden oder an Feiertagen sowie 42 Einsätze an normalen Arbeitstagen innerhalb der Dienstzeit und 22 Einsätze nach Dienstschluss.
Im Ernstfall alarmieren Bürger oder Behörden dabei zunächst den „Meldekopf“, also die Kreisleitstelle im Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum Rosmart. Von dort aus werden die Einsätze koordiniert und bei Bedarf auch die im Dienst befindliche Person der Umweltbehörden informiert. Vor Ort erfolgen in der Regel Sofortmaßnahmen der Feuerwehr (etwa eine Ölsperre in einem Gewässer) und Folgemaßnahmen unter Koordinierung der behördlichen Person — wie zum Beispiel die Sicherung von anderen Gewässern, von Ufern oder das Aufsaugen von Schadstoffen. Kann im Nachgang ein Schadensverursacher ermittelt werden, verschickt die Umweltbehörde einen Kostenbescheid.
Fahrzeugdefekte bilden wieder Schwerpunkt
Unfälle oder Defekte an Fahrzeugen führten im Vorjahr zu den meisten Umweltalarmierungen (37 Prozent), gefolgt von Bränden (16 Prozent). Die kommunalen Spitzenreiter waren Halver (14 Prozent) sowie Lüdenscheid und Plettenberg (je 13 Prozent). Glücklicherweise fanden 82 Prozent der Einsätze außerhalb von Wasserschutzgebieten statt. Bei 50 Prozent der Alarmierungen betrafen die Einsätze Oberflächengewässer. In 36 Prozent der Fälle war das Grundwasser tangiert. Nur bei einem Einsatz kam es zu einem Fischsterben.
Die Zahl der Einsätze ist nach einem leichten Rückgang in den Vorjahren damit wieder etwas gestiegen. Die Höchstmarke aus 2021 mit 108 Alarmierungen wurde allerdings nicht erreicht.










