15 Jahre Stadtteilarbeit am Eschen: Silke Vieregge und Heike Schaefer von der Freiwilligenzentrale blicken auf eine inspirierende Zeit zurück. „Wir konnten in dieser Zeit einiges bewegen. Als Stadtteiltreff oder gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Eschen, zu der der Stadtteiltreff gehört.“ Seit Ende 2025 ist der Stadtteiltreff Geschichte.

Das regelmäßige Programm im Gebäude am Brockhauser Weg wird eingestellt.

In den letzten vier Jahren wurde die Arbeit aus der Stiftung „Dein Zuhause hilft“ der LEG finanziert. „Leider wurde nun die Finanzierung durch die LEG eingestellt“, bedauert Silke Vieregge, die viel Arbeit und Herzblut in die Arbeit am Eschen gesteckt hat. „Für mehr Miteinander am Eschen“ – das war der Auftrag, den sich das Team des Stadtteiltreffs selbst gegeben hat – über all die Jahre der Zusammenarbeit von GWU, LEG, der Stadt Plettenberg und des Diakonischen Werkes sehr erfolgreich.

Zahlreiche Projekte und Aktionen

Silke Vieregge erinnert an Aktionen wie den Brötchenservice, ein generationenübergreifendes Erzähl-Projekt mit Schülern der Eschen-Grundschule, das Eschen-Café, eine wöchentliche Fahrrad-Gruppe, die Lesepaten oder auch an das Klapp-Café. Ein originelles Angebot, bei dem Anne Jahn und sie mit einem blauen Bollerwagen im Stadtteil unterwegs waren. Im Gepäck: ein Klapptisch, mehrere Klappstühle, Thermoskannen mit Kaffee, Kekse und Zeit zum Zuhören – eben ein komplettes Café auf Rädern. Das Ziel: Kontakt zu den Menschen halten, erfahren, was sie bewegt, Zuwendung in schwierigen Zeiten und Probleme lösen. Schöne Zeiten für das Team, das auch jährlich bei der Organisation des Stadtteilfestes und des Weihnachtsmarktes mitgewirkt hat.

Gegründet wurde der Stadtteiltreff im Jahr 2011. Silke Vieregge stieß 2013 dazu. Mit einer Umfrage unter den Bewohnern wurden Bedarf und Wünsche ermittelt. Dann ging’s an die Arbeit.

Gemeinschaftsaktion auch während Corona

Zwischenzeitlich entwickelte der Stadtteiltreff große Pläne. Der Traum: ein Mehrgenerationenhaus. „Leider fanden wir nie ein geeignetes Gebäude“, erinnert sich Silke Vieregge. Mal war schon jemand anderes eingezogen, mal konnten die Förderrichtlinien nicht erfüllt werden. So verliefen die Pläne schließlich im Sande. Andere Vorhaben glückten umso besser. Als das Stadtteilfest im Sommer 2020 wegen der Corona-Pandemie ausfallen musste, organisierte der Stadtteiltreff einen Massenstart von Luftballons. Am Brockhauser Weg und überall am Eschen stiegen am 15. August pünktlich um 13 Uhr jede Menge bunte Ballons in den Himmel auf. Auch so lässt sich auf Abstand Gemeinschaft organisieren.

Besonders war auch ein Kochprojekt für Frauen aus unterschiedlichen Nationen. Bei monatlichen Treffen wurden typische Gerichte aus den jeweiligen Heimatländern gekocht und anschließend in gemütlicher Runde gemeinsam gegessen. Mit „Der Eschen kocht bunt!“ gibt es sogar ein Kochbuch zu diesem Projekt. „Einige der Frauen haben heute noch Kontakt untereinander“, berichtet Silke Vieregge.

Dankbarkeit und zwei Angebote bleiben

Was bleibt nach 15 Jahren Stadtteiltreff? Obwohl es den Stadtteiltreff so nicht mehr geben wird, bleibt vor allem auch Dankbarkeit dafür, dass dank der Fördergelder über 15 Jahre lang die Stadtteilarbeit ermöglicht wurde.

Und einiges bleibt durchaus erhalten: Die Nähgruppe kann sich auch nach dem 1. Januar 2026 weiter am Brockhauser Weg treffen. Außerdem wird weiter am zweiten Mittwoch im Monat zum Eschen-Frühstück eingeladen. „Die GWU stellt dankenswerterweise ihre Räume zur Verfügung und die beiden Angebote können rein ehrenamtlich weiterlaufen“, sagt Silke Vieregge. Außerdem bleiben die Lesepaten erhalten. Das Kooperationsprojekt mit der Eschen-Grundschule übernimmt Heike Schaefer, die Leiterin der Freiwilligenzentrale.

Auf die weitere Arbeit im Stadtteil blickt Silke Vieregge auch mit Zuversicht. „Die Arbeitsgemeinschaft Eschen wird es ja weiter geben. So bleibt der Stadtteil mit den dortigen Institutionen gut aufgestellt und sowohl das Stadtteilfest als auch der Weihnachtsmarkt bleiben dem Eschen erhalten.“