„Wenn die Beine so funktionieren würden wie der Kopf, wäre alles gut“, lacht Renate Preisler am Vormittag ihres 90. Geburtstages. „Aber ich will nicht undankbar sein – vielen in meinem Alter geht es schlechter.“
Bereits seit über fünfzig Jahren, sagt Renate Preisler, lebt sie jetzt in Halver. „Wir kamen ja aus Schlesien, haben dann zuerst einige Jahre in Carthausen gelebt und sind schließlich hier her gezogen.“ Und heute, zwei Söhne, zwei Töchter, drei Enkel und vier Urenkelkinder später, wohnt sie immer noch gerne in Halver. „Nur die kleinen Läden, die früher in der Innenstadt zum Bummeln einluden, die fehlen mir. Es gibt kein Geschäft mehr mit Kleidung für Frauen in meinem Alter.“ Daher bringt ihre Tochter ihr häufig neue Kleidung aus Olpe mit.
In ihrem Haus in Schmidtsiepen lebt sie gemeinsam mit ihrem Sohn Ernst und einer Enkeltochter, wie sie weiter ausführt. Und auch die Aufgaben im Haushalt sind scheinbar klar verteilt: „Mein Sohn kocht, ich gebe die Anweisungen.“ Gekocht habe sie nämlich immer gerne, aber „mittlerweile lasse ich mir auch gerne mal dabei helfen.“
Renate Preiser versucht, sich möglichst fit zu halten: „Vor ein paar Wochen hatte ich einige Probleme, konnte plötzlich schlecht gehen. Deswegen laufe ich mit dem Rollator jetzt jeden Tag zehn Mal zwischen Küche und Esszimmer hin und her.“ Aber auch für den Kopf, so Preisler weiter, mache sie etwas: „Mit meinem Sohn Ernst spiele ich jeden Morgen nach dem Frühstück zwei Runden Karten, schaue täglich die Nachrichten im Fernsehen und lese den Sportteil in der Zeitung.“
Auf die Frage von der stellvertretenden Bürgermeisterin Monika Ebbinghaus, ob sie sich denn mehr für Fußball oder für Handball interessiere, hat Renate Preisler auch prompt eine Antwort parat: „Weder für das eine, noch für das andere. Wichtig ist mir nur, über alles Bescheid zu wissen.“










