31 Punkte umfasste die Tagesordnung des öffentlichen Teils der jüngsten Ratssitzung in Iserlohn. Die meiste Zeit nahmen sich die Kommunalpolitikerinnen und -politiker für den „Sachstandsbericht Prozessmanagement“. Dabei geht es darum, die Arbeitsabläufe in der Verwaltung zu verschlanken und den Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger zu verbessern sowie natürlich Personalkosten und damit Geld zu sparen.

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Effektiv und effizient werden

„Generelles Ziel des Prozessmanagements im öffentlichen Dienst ist es, Organisationsstrukturen so zu gestalten, dass Leistungen effektiv und effizient erbracht werden können. Dafür ist es notwendig, Prozesse zu identifizieren, zu dokumentieren, zu optimieren und kontinuierlich hinsichtlich Verbesserungsmöglichkeiten zu prüfen. Dadurch ergibt sich ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess, der dazu beiträgt, die Handlungsfähigkeit der Organisation nachhaltig sicherzustellen“, hieß es in der Sitzungsvorlage.

1800 Prozesse lokalisiert

Wie dieses Ziel erreicht werden kann und was dazu erforderlich ist, erklärten Saskia Schmidt und Johannes Schwall von der Münsteraner Firma „Picture“, die mit der Prozessoptimierung beauftragt worden war.

„Picture“ betreut nach eigener Aussage rund 1200 Auftraggeber aus dem Öffentlichen Dienst. In Iserlohn habe man 1800 Prozesse lokalisiert, 180 modelliert und 13 optimiert, so die beiden Mitarbeitenden des beauftragten Münsteraner Unternehmens. Die Stadt Iserlohn lässt sich diese Arbeit jedes Jahr eine sechsstellige Summe kosten.

Eine dürftige Bilanz

Für die meisten Ratsmitglieder schien dies eine dürftige Bilanz nach 18 Monaten intensiver Arbeit. „Das ist sehr wenig“, kritisierte Nils Koschinsky von der FDP-Gruppe. Martin Luckert (SPD) pflichtete ihm bei: „Fünf Jahre Personal und Finanzmittel eingesetzt — dafür ist das sehr dürftig“. Es seien lediglich 18 Monate, in denen an dem Projekt intensiv gearbeitet werde, korrigierte Bürgermeister Michael Joithe. „Geben Sie uns die Zeit, es ist essenziell wichtig. Man kann das nicht erzwingen. Es ist kein Sprint, sondern ein Marathon“, so Joithe.

Die CDU-Ratsherren Benedikt Lowinski (links) und Stefan Woelk hatten Redebedarf
Foto: Hendrik Klein

Die Frage von Manuel Huff (Die Linke), ob Prozessoptimierung nicht ohnehin eine Führungsaufgabe sei, beantwortete Joithe mit einem klaren „Ja!“ Dazu brauche es auch keine, wie von Huff nachgefragt, schriftliche Aufforderung oder Handlungsanweisung.

Vierbeiner werden teurer

Deutlich zügiger, weil jeweils mit großer Mehrheit beschlossen, erfolgte die Anhebung der Hundesteuer um 20 bis 24 Euro pro Jahr ab dem 1. Januar 2027 sowie die Erhöhung der Vergnügungssteuer. Letztere steigt ab Januar nächsten Jahres bis zum Jahr 2030 um jeweils 0,5 Prozent.

Bei nur drei Gegenstimmen und einer Enthaltung entsprach der Rat dem Antrag der Letmather Werbegemeinschaft zur Durchführung von drei verkaufsoffenen Sonntagen am 19. Juli, 6. September und 13. Dezember.