„Die Fusion ist die Antwort auf die Fragen der Zukunft“, warb Jörg Schönenberg. Der Bürgermeister wies auf die zahlreichen Herausforderungen hin. Neben der betriebswirtschaftlichen Vorteile bringe die Fusion der Sparkasse HagenHerdecke und der Sparkasse Lüdenscheid einen Mehrwert für alle wesentlichen Interessengruppen (Kunden, Mitarbeitende, Region und Träger sowie die Sparkassen selbst).
„Es wird eine nachhaltig leistungsstärkere Sparkasse entstehen, die für die Herausforderungen der Zukunft besser gewappnet ist und die nachhaltige betriebswirtschaftliche Stabilität auch in Zeiten der COVID-19-Pandemie, von Niedrigzinsen, Digitalisierung und regulatorischem Druck gewährleistet.“
Bernd Müller (UWG) kritisierte das Prozedere: „Wir sitzen hier und sollen über ein ausgehandeltes Papier abstimmen. Ich hätte mir gewünscht, dass nach der dritten Verhandlungsrunde Informationen an die Räte gegeben wäre.“ Dadurch hätten die Politiker die Möglichkeit gehabt, direkte Einwände mitzuteilen. Vor allem die Ausschüttung der geringeren Spenden gefalle ihm nicht. „Wir werden zwar gefragt, aber können nicht mitbestimmen.“
An Haering richtete Müller direkt die Frage, wie die Sparkasse damit umgehe, wenn ein Rat nicht zustimmen sollte. Aus wirtschaftlicher Vernunft werde er trotz eines schlechten Bauchgefühls dennoch zustimmen. „Die Vernunft siegt.“
Thorsten Haering berichtete von den Anstrengungen der Sparkasse Lüdenscheid, möglichst viele lokale Vertreter zu beteiligen. Nach Prozenten gesehen, hätten die kleineren Kommunen wie Schalksmühle, Halver und Herscheid nie viel zu sagen gehabt. „Das war aber nicht gelebte Praxis“, sagte Haering. Dies werde künftig auch wieder so gehandhabt. Das schlechte Bauchgefühl könne er aber niemandem nehmen. Die Fakten sprächen aber für sich. Müller konterte und fragte, warum die Sparkasse nicht nach der dritten Verhandlungsrunde vor die Räte getreten sei. „Die Möglichkeiten hat es gegeben. Wir waren immer für Gespräche bereit“, betonte Haering.
Ortwin Schmidt (UWG) monierte die Hagener Dominanz. Des Weiteren hinterfragte er Job- sowie Bestandsgarantien für Sparkassen-Standorte. „Augenblicklich gibt es für keine Filiale eine Bestandsgarantie“, betonte Haering. Daher sei dies positiv, dass dies explizit im Vertrag stehe. Um Stellenstreichungen gehe es nicht – vielmehr suche die Sparkasse für die Zukunft qualifizierte Mitarbeiter. „Da stehen wir als 6-Milliarden-Haus mit 800 Mitarbeitern attraktiver für Bewerber da, als als 2-Milliarden-Haus“, führte Thorsten Haering Haus. Durch die Fusion könne die Sparkasse viel bessere Karriere-Möglichkeiten anbieten.
André Krause: „Ab 2030 hat Schalksmühle keine Mitbestimmungsmöglichkeit mehr. Der Bürgermeister hat ein Rederecht – mehr nicht.“ Wegen dieser richtungsweisenden Entscheidung hätte er sich erhofft, dass alle Ratsmitglieder eingeladen worden wären.
Krause beantragte letztlich eine geheime Abstimmung. Von 26 stimmberechtigten Ratsmitgliedern stimmten 19 für die Fusion, 7 stimmten mit Nein.








