Radler-Invasion oder Marktbesucher, die mobil gemacht haben. Vielleicht inspiriert durch die am Montag gestarteten Stadtradel-Tage? Die wertet Klimaschutz-Manager Eric Ludewig schon fünf Tage nach dem Start als Erfolg. 240 Teilnehmer haben sich für die Aktion angemeldet. Drei Teams rangieren „unter den Top 10 im Kreis“, lässt Ludewig die Teilnehmer/innen wissen. Das Ev. Gymnasium Meinerzhagen liege bei der Schulwertung nur knapp hinter der Gesamtschule Kierspe.
Obwohl Meinerzhagen alles andere als eine Fahrrad-freundliche Stadt ist, nimmt die Zahl der Radler im Stadtbild zu. Die Stadtradel-Wochen, im Märkischen Kreis einheitlich vom 15. August bis zum 4. September, mögen manchen bewegen, mal wieder oder verstärkt in die Pedalen zu treten. Das ist erstmal gut für die Gesundheit. Auf manchen Abschnitten leider auch eine Mutprobe.
32.269 Kilometer seien bei der Aktion 2021 von 170 Aktiven erradelt worden. Es wird darauf verwiesen, dass damit fünf Tonnen CO2 eingespart worden seien. Das mag rechnerisch stimmen. Das mag auch den einen oder anderen motivieren bei der Aktion mitzumachen. Aber: ist es eben nur Theorie.
Wer ansonsten mit Bahn oder Bus zur Arbeit fährt, spart kein Treibhausgas, wenn er mit dem Rad unterwegs ist. Der ÖPNV fährt trotzdem. Und wer bei schönen Wetter mit dem Rad zur Eisdiele rollt, würde nicht zwangsläufig mit dem Auto fahren. Die CO2-Ersparnis ist mithin eine Nebelkerze. Und von Umsteuern in der Verkehrspolitik ist ohnehin nichts zu merken. Nicht in Meinerzhagen, nicht im Volmetal. Was Infrastruktur und Radwege angeht, sind andere längst weiter.
Wer genau hinschaut, stellt auch schnell fest, dass der Räderpulk am Otto-Fuchs-Platz auf eigenen Ständern steht. Die scharfkantigen Bügel würden sonst die teuren E-Bikes zerschrammen. Hier haben Desinger-Ideen über Pragmatismus gesiegt.
Es gibt noch viel zu tun, damit die Volme-Kommunen Fahrrad-freundlich werden. Und den bereits für die Regionale 2013 vorgesehen Volme-Radweg werden viele allenfalls noch mit dem Rollator befahren können. – Wenn überhaupt. Nötig sind sichere, alttagstaugliche Wege, keine Selbstbeweihräucherungs-Aktionen, die für zwei Wochen die Realität übertünchen.









