Es herrscht geschäftiges Treiben in den Räumen des Schalksmühler Jugendzentrums. Zu Gast sind am Freitag, 15. September, Schüler der Stufe zwei – also der Jahrgänge vier bis sechs – der Primusschule.
Die Aufgabe scheint nur auf den ersten Blick simpel: Es gilt, eine Murmel per Schienensystem von der einen Seite des Raumes auf die andere zu befördern. Gefragt ist hierbei jedoch nicht nur Köpfchen, sondern vor allem eins: Teamwork.

Darum drehte sich in den vergangenen Wochen für die Primusschüler alles beim Sozialtraining. Aber nicht nur das: Neben Teamwork ging es auch um Freundschaften, welche Faktoren eine solche zerstören können und Streit.
Ziel des Trainings ist es, die Klassengemeinschaft zu stärken: „Obwohl wir hierfür natürlich nur den Grundstock bilden können“, wie Kerstin Heim, Leiterin des Jugendzentrums, im Gespräch mit LokalDirekt erklärt. Gemeinsam mit Jan Gubar, Schulsozialarbeiter der Primusschule, leitet sie das soziale Kompetenztraining.

Und prompt kommt es zur Eskalation: Eine Schülerin versucht, Lösungsvorschläge einzubringen, wird von ihren Mitschülern aber ignoriert. Statt Tränen und Streit ordnet Jan Gubar einen sogenannten Stehkreis an. In diesem wird anschließend zuerst die Situation besprochen und dann gemeinschaftlich nach einer Lösung für den Konflikt gesucht.

Bereits seit 2017 ist das Training Bestandteil des Unterrichts, wie Kerstin Heim weiter erklärt. Neben der Stärkung der Klassengemeinschaft sei es außerdem erklärtes Ziel, das Selbstbewusstsein der Schüler zu stärken. Jeder soll seinen Platz im Team finden, den individuellen Stärken und Schwächen entsprechend.
Mit Erfolg, offensichtlich: Tatsächlich lässt sich der Streit dank des Stehkreises schnell lösen. Es wird sich entschuldigt – und kurz darauf die Murmel dank eines ausgeklügelten Systems von der einen auf die andere Seite des Raumes befördert. Gemeinschaftlich, versteht sich.
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