Etwa 15 Schüler der Primusschule sind dem Aufruf von Michael Siol (Vorsitzender des Ausschusses für Kinder, Jugend, Schule und Soziales sowie evangelischer Pfarrer der Gemeinde) und der Lehrerin Islim Erdal gefolgt und haben sich eine knappe Woche außerschulisch mit den Themen „Rassismus“ und „Holocaust“ auseinandergesetzt. Sie haben gemalt, ihrer Gedanken niedergeschrieben oder sogar ein Gedicht verfasst. Die Ergebnisse können ab heute, Freitag, 27. Januar, im Eingangsbereich des Rathauses betrachten werden.
In seiner Ansprache zur Eröffnung der besonderen Ausstellung im Rathaus wies Bürgermeister Jörg Schönenberg darauf hin, dass der Tag der Befreiung von Auschwitz ein wichtiger sei und er „leider immer noch eine wichtige Rolle“ spiele. Dass sich nun auch Schüler des Themas angenommen haben, sei etwas „ganz Besonderes“.
Islim Erdal lobte ihre Schüler zunächst ebenfalls, zumal sich diese auch in ihrer Freizeit mit dem schwierigen Thema auseinandergesetzt haben. Sie animierte die Schüler dazu, auf zwei Fragen zu antworten: Warum hast du dich mit dem Thema befasst? Warum ist der Tag ein wichtiger? Dieser Aufforderung kamen viele nach und viele unterschiedliche Antworten waren zu vernehmen: „Mein Opa hat viel über die Zeit erzählt, obwohl er damals erst zehn Jahre alt war.“; „Meine Ur-Oma hat versucht, darüber zu sprechen und mein Ur-Opa konnte es nicht. Deshalb wollte ich wissen, warum meine Urgroßeltern derart traumatisierende Erinnerungen hatten.“; „So etwas darf nie wieder passieren und deshalb ist es wichtig, daran zu erinnern.“; „Es ist wichtig darauf hinzuweisen, was damals alles passiert ist und man muss es den Menschen vor Augen führen, damit es nicht wieder passiert.“: „Wir wollten vor allem den Frieden symbolisieren.“
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Von den mitunter ergreifenden Statements zeigte sich auch Michael Siol gerührt: „Hier ist viel deutlich geworden, was diesen Tag ausmacht. Und es fällt vielen Menschen immer noch schwer auszusprechen, das Menschen vergast und nur aus Hass getötet wurden. Deshalb ist es wichtig, couragiert Zeichen zu setzen und diese von Generation zu Generation weiterzugeben. Die Toten können nicht mehr sprechen – wir aber schon“, betonte Siol.
Auch Bürgermeister Schönenberg wies noch eimal auf auf die Verantwortung hin: „Nur wer die Geschichte kennt, kann auch von ihr lernen“, zitierte Schönenberg und zeigte sich vom Engement der Schüler beeindruckt und versprach ihnen einen „Eistag auf Kosten des Bürgermeisters“ als Anerkennung ihrer Kreativität.
Nachdem die Schüler ihre Gedanken zu den einzelnen Beiträgen erläutert hatten – eine Schülerin erzählte etwa, dass sie oft als Kind mit den Eltern am KZ Buchenwald langgefahren sei und Eindrücke davon auf ihrem Bild wiedergegeben habe – wandte sich Bürgermeister Schönenberg noch einmal an die Schüler: „Was ihr gemacht habt, ist wichtig und sehr beeindruckend. So etwas muss der Öffentlichkeit präsentiert werden und ich bitte euch, die Einladung auf ein Eis wahrzunehmen.“ Er bedankte sich auch für das Engagement der Lehrerin.
Michael Siol wies darauf hin, dass er am heutigen Abend um 18 Uhr in der Kirche Heedfeld einen Gottesdienst in Gedenken an den Befreiungstag von Auschwitz abhalten werde.









