„Ein E-Scooter ist kein Spielzeug. Es ist ein Verkehrsmittel“, sagte Christof Hüls, Sprecher der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis. Deshalb müsse damit auch entsprechend sorgsam umgegangen werden.
Das heiße vor allem auch rücksichtsvoll anderen Verkehrsteilnehmern und Fußgängern gegenüber zu sein. Über nutzen und Gefahren im Umgang mit E-Scootern informierten die Beamtinnen und Beamten der Abteilung Verkehrsunfallprävention auf dem Alten Rathausplatz in Iserlohn bei ihrem Aktionstag.
Gesetzeshüter suchten das Gespräch
Polizeihauptkommissarin Isabelle Fröhlich, Polizeioberkommissarin Sandra Wietbüscher und Polizeihauptkommissar Oliver Meyer suchten vor Ort das Gespräch mit den Passanten, vor allem den E-Scooter-Fahrenden und Radlern. Viele schoben brav ihre Vehicle durch die Fußgängerzone – einige aber eben auch nicht.

Denn das Fahren in der Iserlohner Innenstadt ist in der Zeit von 10 bis 18 Uhr untersagt. In dieser Zeit gilt: „Wer sein Gefährt liebt, der schiebt.“ Daran hielten sich am Aktionstag auch die meisten. „Die sehen uns in Uniform und verhalten sich entsprechend“, weiß PHK Isabelle Fröhlich.
Auch sie wurde bereits „Opfer“ eines rücksichtslosen E-Scooter-Fahrers. „Ich war in Zivil, da wurde ich angefahren. Ich habe ihn leider nicht mehr gekriegt, der ist abgehauen.“
15 Leicht- und drei Schwerverletzte
Die Menschen werden angerempelt, angepöbelt und müssen nicht selten zur Seite springen, um nicht umgefahren zu werden. Dabei haben die Gesetzeshüter die Gruppe der rücksichtslosen Scooter-Raser klar ausgemacht – Jugendliche und junge Erwachsene, zumeist Männer. Mit der Rücksicht auf andere nehmen es diejenigen offenbar in der Iserlohner City nicht so genau: Fußgänger, Mütter mit Kindern im Wagen oder auf dem Arm wurden bereits angefahren.
„Nicht jeder meldet sich bei uns, es gibt eine große Dunkelziffer“, wusste Isabelle Fröhlich. Genauere Zahlen hatte Polizeisprecher Christoph Hüls: „2019 hatten wir 19 Unfälle mit E-Scooter-Beteiligung. 2022 waren es bereits 27. Dabei wurden 15 Personen leicht, drei sogar schwer verletzt.“
Passanten berichten über rücksichtsloses Verhalten
Über solche negativen Begegnungen mit rasenden E-Scooter-Fahrer berichteten auch die Passanten beim Aktionstag am Alten Rathaus in Iserlohn. Einige suchten direkt den Kontakt zu den Polizistinnen und Polizisten, um ihre Erlebnisse zu schildern. An diesem Tag wurden die „Sünder“, die ihr Gefährt nicht geschoben hatten, nicht zur Kasse gebeten. Die Gesetzeshüter beließen es bei einer deutlichen Ansprache. Wer auf seinem Scooter oder Fahrrad in der Innenstadt erwischt wird, der zahlt 25 Euro. Isabelle Fröhlich: „Wenn es zu einem Unfall gekommen ist, kann es noch teurer werden.“
Für E-Scooter gilt Versicherungspflicht
Was auch die wenigsten wissen: Für E-Scooter gilt eine Versicherungspflicht und sie gehören auf die Straße. „Mancherorts füllen E-Scooter in bestimmten Bereichen bei der Mobilität sogar sinnvoll eine Lücke. Sie sind als Verkehrsmittel allergings noch verhältnismäßig neu. Die Neueinsteiger müssen sich erst an sie und die Regeln gewöhnen“, meinte Christoph Hüls.








