Im Fokus des Gesprächs standen neben dem Ausbildungsmarkt die Auswirkungen der A45-Vollsperrung sowie die Integration ukrainischer Flüchtlinge.
Zum aktuellen Ausbildungsmarkt erläuterte Sandra Pawlas: „Auf die hohe Ausbildungsbereitschaft der Betriebe mit 30 Prozent mehr Stellen als im Vorjahr stößt seitens der Schülerinnen und Schüler ein geringeres Interesse, in Ausbildung zu gehen. Viele denken, die Stellen seien besetzt. Das Gegenteil ist der Fall. Auf einen Bewerber kommen zwei Ausbildungsstellen, das Verhältnis hat sich komplett gewandelt. Wir appellieren daher weiterhin an alle, die noch keine Ausbildungsstelle haben, sich mit unserer Berufsberatung in Verbindung zu setzen, die Chancen stehen gut.“
Florian Müller, der früher selbst als Arbeitsvermittler und später als Pressesprecher für die Agentur für Arbeit tätig war, hob in diesem Kontext die Auswirkungen der vollgesperrten Rahmedetalbrücke hervor: „Die Brückensperrung hat massiven Einfluss auf den Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Märkischen Kreis. Unsere Standortattraktivität leidet gravierend und führt unter anderem dazu, dass Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben.“ Daher sei ein zügiger Neubau der Brücke maßgeblich für einen funktionierenden Arbeitsmarkt vor Ort.
Dass die sich verändernde Arbeitswelt Politik und Arbeitsmarktexperten gleichermaßen fordert, war Konsens der Runde: „Damit der Märkische Kreis weiterhin eine führende Wirtschaftsregion mit vielen gut bezahlten Arbeitsplätzen bleibt, müssen wir uns auf digitalen Wandel und neue Arbeitswelten einlassen“, ist Florian Müller überzeugt.
Die Digitalisierung der Arbeitswelt bedinge weitreichende Transformationsprozesse, um die Region auf der Höhe der Zeit zu entwickeln. Sandra Pawlas sieht die Qualifizierung der Beschäftigten als Schlüssel in der Transformation: „Die Arbeitswelt verändert sich. Es gilt nun für die Betriebe, die Menschen fit zu machen und durch Weiterbildung die berufliche Zukunft zu gestalten.“
Darüber hinaus tauschte sich die Runde über die Integration ukrainischer Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt aus. Seit dem 1. Juni liegen diese durch den Rechtskreiswechsel (bezeichnet einen Leistungsübergang; in Bezug auf Ukraine-Flüchtlinge den Übergang von Sozialleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz in die Leistungen nach dem Zweiten oder Zwölften Sozialgesetzbuch) in der Zuständigkeit der Jobcenter.
„Natürlich ist der Rechtskreiswechsel mit einem hohen Aufwand für das Jobcenter verbunden, der aber durch die Übergangsphase und die gute Zusammenarbeit mit den Kommunen gut vorbereitet war“, berichtete Anna Markmann und fügte hinzu: „Positiv ist, dass einigen geflüchteten Menschen der Übergang in den Arbeitsmarkt bereits gelungen ist. Bei anderen ist der Erwerb von Deutschkenntnissen nun das wichtigste Thema.“
Bei der Verabschiedung haben sich Florian Müller, Sandra Pawlas und Anna Markmann zu einem engen Dialog verabredet. Sie sind der Meinung: Der persönliche Austausch ist wichtig für eine erfolgreiche Arbeitsmarktpolitik im Märkischen Kreis.








