LokalDirekt: Herr Wassen, Glückwunsch zum Starterfeld bei der 3. Platzmann Open. Hatten Sie mit einer solchen starken Meldeliste gerechnet?
Rogier Wassen: Da das Turnier in diesem Jahr mit mehr Weltranglistenpunkten und mehr Preisgeld einen höheren Stellenwert für die Spieler besitzt, haben wir schon damit gerechnet. Natürlich ist es dann umso schöner zu sehen, dass die Spieler auch wirklich kommen. Sie haben hier aber auch die Garantie unter besten Bedingungen zu spielen und trainieren zu können. Das spricht sich durchaus rum.
Wie hat sich das Turnier im Lüdenscheider Stadtpark seit der Erstauflage 2021 entwickelt?
Sehr positiv. Jedes Jahr kommen mehr Fans zum Turnier, dieses Jahr haben wir im Vorverkauf deutlich mehr Tickets verkaufen können. Das liegt sicherlich auch an den größeren Marketingmaßnahmen in diesem Jahr. Unsere Sponsoren sind größtenteils seit der ersten Auflage dabei, auch das macht die Organisation natürlich einfacher.
Wie sind Sie auf die Idee gekommen, dieses zur ATP-Challenger-Tour gehörende Turnier ins Leben zu rufen?
Als ehemaliger Doppelspieler auf der ATP-Tour, war ich dem Profitennis auch nach meiner Karriere immer nah verbunden. Während der Coronazeit hatte meine Firma geschlossen und in mir kam der Wunsch auf, dass ich gerne wieder im Tennis tätig sein möchte. Mein Ziel war dann sehr schnell, selbst ein großes ATP-Event auf die Beine zu stellen.
Warum ist ihre Wahl auf die Anlage des Lüdenscheider Tennisverein gefallen?
Ich wohne mit meiner Familie in Olpe und ich wollte das Turnier gerne bei uns in der Region stattfinden lassen. Eine passende Anlage zu finden, die allen Kriterien entspricht, ist schwierig. In Lüdenscheid habe ich selbst in der Westfalenliga gespielt. Der Lüdenscheider TV von 1899 hatte dazu eine passende Anlage, das Mercure-Hotel liegt direkt neben an. Besonders zu Dominik Mertgens und dem damaligen Vorsitzenden Sascha Schiepek bestand schnell ein sehr guter Draht.
Welche Partner waren außer dem LTV von Anfang an dabei?
Zuerst muss da unser Hauptsponsor Platzmann Federn genannt werden, der die diesjährige Aufstockung zu einem größerem Challenger überhaupt möglich gemacht hat. Auch das Lüdenscheider Stadtmarketing ist hier zu nennen, die immer ein verlässlicher Ansprechpartner sind und uns im Marketing sehr stark unterstützen.
Hat sich das Turnier gut etabliert?
Ja, definitiv. Der Vorverkauf läuft in diesem Jahr sehr gut. Die Tennisfans nehmen das Turnier sehr gut an und wir merken, dass wir jedes Jahr neue Fans hinzugewinnen. Leider kommen jedoch sehr wenige Sponsoren direkt aus Lüdenscheid, da würde ich mir nach drei Jahren mehr Unterstützung wünschen.
Wird Lüdenscheid auch in den nächsten Jahren Austragungsort bleiben?
Wie eben gesagt, kommen die Sponsoren größtenteils aus anderen Städten in der Region. Daher gibt es aktuell auch die Überlegung, dass das Turnier in nächstem Jahr umziehen könnte. Fest steht da aber noch nichts. Das werden wir erst nach dem Turnier mit allen Partnern und Sponsoren besprechen.
Haben Sie einen Favoriten für das Turnier vom 30. Juli bis 5. August?
Aktuell sicherlich Benoit Paire. Als ehemaliger Top20-Spieler gehört er wohl automatisch zu den Favoriten. Vor wenigen Tagen hat er in Italien ein Challenger-Turnier gewonnen, befindet sich aktuell also in guter Form. Dazu hat er meinem Sohn versprochen, der als Ballkind beim Turnier dabei sein wird und großer Fan von Benoit ist, dass er bis zum Ende im Turnier dabei ist. Das muss er natürlich einhalten.
Sie waren seit ihren Debüt 1994 lange Zeit selbst ein erfolgreicher Tennis-Profi. Wie hat sich das Tennis seither verändert?
Der Sport ist definitiv breiter geworden. Mehr Länder investieren in den Sport, damit gibt es natürlich auch mehr Spieler auf hohem Niveau. Damit ist Tennis nicht mehr nur der Elitesport, dessen Image er ja teilweise noch heute besitzt. Für mich ist es der schönste Sport, daher werde ich Tennis auch meinem ganzen Leben lang verbunden bleiben.









