Rot-weiße Messstangen stehen dienen als Orientierung. Dazwischen rammen Forstarbeiter Spaten in den Waldboden. In die tellergroßen Pflanzlöcher setzten Tomas Vilkas und sein Team Stieleichen, Roteichen, Lärchen, Kirschen und Esskastanien in den vom Regen gut durchfeuchteten Grund. Zwischen Vormbaum und Landwehr entsteht ein Kunst-Wald.
Landwirt Karl-Friedrich Osenberg hat das gut 2.000 Quadratmeter große Grundstück zur Verfügung gestellt. Er sorgt für die Bepflanzung und hat dazu Tomas Vilkas beauftragt. Der Forst-Unternehmer aus Litauen ist ein alter Bekannter. Er hatte 1999 auf dem Hof von Osenberg ein landwirtschaftliches Praktikum gemacht.
Der Kunstverein VAKT kümmert sich um die Gestaltung. In fünf Clustern werden die Bäume angeordnet. Die Messstangen markieren die Pflanzflächen. An den Eckpunkten sollen später noch Bergahorn, Baumhasel und Lindenblütige Birke, aber auch Wildapfel und Wildbirne gepflanzt werden. Ziel ist ein möglichst klimastabiler Mischwald. – Eine Idee, die der Kunstverein schon länger verfolgte.
Als die VAKT-Aktiven über künftige Themen sinnierten, war ursprünglich eine Foto-Mitmachaktion geplant. Sie sollte Umweltschutz, Klimawandel und Waldsterben thematisieren. – Naheliegend angesichts der sterbenden Nadelwälder. Daraus entwickelte sich der Vorschlag: „Was wäre, wenn man Bäume auch pflanzt und einen neuen Wald schafft?“, blickt Karin Schloten-Walther, VAKT-Vorsitzende, zurück.
Waldpaten finanzieren Kunst im Wald
Osenberg und Aktive von VAKT hatten die Fläche schon vorab von Brombeeren und anderem Wildwuchs befreit, um Platz für die jungen Pflanzen zu schaffen. Ein Schuttzaun soll die Setzlinge vor Wildverbiss schützen. Bunte Zaunpfosten sollen zudem weiterhin deutlich machen, dass am H-Weg, der rund um Halver führt, etwas Besonderes entsteht. Zwischen den Baumgruppen sollen Kunstwerke aufgestellt werden.
Über Waldpaten wird die Kunst in der Natur finanziert. Sie können sich mit einer 20-Euro-Spende – gerne auch mehr – an dem Projekt beteiligen. „Die Spender können sich auch hier selbst einbringen und Zaunpfähle künstlerisch gestalten“, so die VAKT-Vorsitzende. Damit bleibt der Kunstverein seinem Prinzip treu, Menschen einzubinden, ihnen Kunst näher zu bringen und sie zu bewegen, selbst aktiv zu werden. Geplant sind eine Bank und eine Info-Tafel, die zum entspannten Blick auf die Natur einladen. Angedacht, so Osenberg, ist auch ein Spazierweg rund um den Kunst-Wald. Nach der Pflanzaktion ist für den Frühsommer eine Kunst-Aktion geplant. Mit Lesungen und Musik will VAKT das neue Projekt bei Vormbaum vorstellen.
Noch die die neuen Bäume kaum zu erkennen. Bis die Cluster nach Wald aussehen, wird es noch ein paar Jahre dauern. Auch das ist eingeplant. – In der Zeit wird die Kunst der Blickfang sein.









