Getrieben von inneren, bedrohlichen Stimmen, stürzte sich am 30. November 2023 ein Patient im Klinikum Lüdenscheid auf eine Sozialarbeiterin. Der Fall wurde nach mehr als zwei Jahren am Freitag, 27. Februar, vor dem Amtsgericht in Lüdenscheid verhandelt.
Der 34-Jährige habe zunächst das Gespräch mit ihr gesucht, sagt die Frau als Zeugin im Körperverletzungsprozess gegen den Mann im Amtsgericht. Er habe gesagt, es gehe ihm schlecht und er würde gern mit seiner Mutter telefonieren. Das habe aber nicht geklappt, so die 26-Jährige. Sie habe sich vom Patienten entfernt. „Er ist hinter mir her, hat meinen Namen geschrien. Er hat mich am Hals gepackt und rückwärts ins Dienstzimmer geschoben. Da sind wir zu Boden gefallen. Er war über mir", gibt die Geschädigte an.
Kollegen seien dazwischen gegangen. „Danach hat er geschrien, dass er nicht mehr leben möchte", erinnert sich die 26-Jährige. Nach dem Angriff ist der Hals der Frau gerötet und sie trägt eine Knieprellung davon. Eine Woche ist die Zeugin krankgeschrieben. Während sie sehr zierlicher Gestalt ist, kommt der Angeklagte groß und kräftig daher. Trotzdem: „Es hat mich nicht sehr lange belastet."
„Mir ging es da sehr schlecht. Ich war in der Psychose. Ich habe Stimmen gehört. Ich erinnere mich daran (Angriff) nicht mehr", sagt der Angeklagte aus. Ein Sachverständiger bescheinigt dem Lüdenscheider im Prozess eine paranoide Schizophrenie und eine Benzodiazepinabhängigkeit. Zur Tatzeit sei die Steuerungsfähigkeit des Angeklagten aufgehoben und er damit schuldunfähig gewesen. „Der Angeklagte hat die Tat begangen. Allerdings kann er dafür nicht bestraft werden", fasst der Richter zusammen und spricht den 34-Jährigen frei.









