„Jedes Jahr zu Weihnachten produzieren wir auch überdurchschnittlich viel Müll und verbrauchen sehr viel Energie“, sagt der Experte für Umwelt und Ressourcenschutz der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen Philip Heldt. Es gibt jedoch viele Möglichkeiten, die Festtage etwas nachhaltiger zu gestalten und trotzdem schön zu feiern. Die folgenden Tipps helfen dabei, heißt es in der Mitteilung.
Dekoration
„Früher war mehr Lametta“, bedauert Opa Hoppenstedt schon 1978 in Loriots bekanntem Weihnachtssketch. Aus Umweltsicht ist es aber sehr zu begrüßen, dass bleihaltiges Stanniol-Lametta nahezu vom Markt verschwunden ist, sagt die Verbraucherzentrale. Anstatt glitzernder Metallfäden oder Kunststofffiguren sind Dekorations-Elemente aus Naturmaterialien wie Holz, Stroh, Stoff und Wolle die nachhaltigere Wahl. Liebgewonnenen Weihnachtsschmuck holt man am besten alle Jahre wieder hervor oder tauscht ihn im Bekannten- und Familienkreis aus, heißt es in der Mitteilung. Vielerorts gibt es in der Adventszeit zudem Basare, auf denen man gebrauchte Deko verkaufen und kaufen kann. Auch so werden Kugeln und weiteres länger genutzt.
Weihnachtsbaum
„Ein geschmückter Baum ist der Star im weihnachtlichen Wohnzimmer. Doch der festliche Auftritt von Tanne, Fichte und Kiefer ist kurz“, so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Wer einen auch aus Umweltsicht möglichst „grünen“ Baum haben möchte, wählt einen aus zertifiziertem Anbau (EU-Biosiegel, Bioland, Naturland oder FSC) und aus der eigenen Region. Dann wurden die Bäume in Mischkulturen ohne synthetische Pestizide und Mineraldünger gezogen und haben keine weiten Transporte hinter sich, heißt es in der Mitteilung. Die Organisation Robin Wood veröffentlicht jedes Jahr eine Liste mit Bezugsadressen.
Beleuchtung
LED-Lichterketten verbrauchen nur etwa ein Zehntel des Stroms, den Lichterketten mit Glüh- oder Halogenlämpchen benötigen. Auf batteriebetriebenen Lichterschmuck sollte man möglichst ganz verzichten. „Denn die Batterien verursachen unnötig Müll und müssen aufwändig und fachgerecht recycelt werden“, erklärt die Verbraucherzentrale. Wer natürliches Kerzenlicht liebt, sollte auf das RAL-Gütesiegel achten. Kerzen mit diesem Siegel wurden sorgfältiger gefertigt und brennen ruß- und raucharm – ein Pluspunkt auch für die eigene Gesundheit, heißt es in der Mitteilung. Abzuraten ist von Kerzen mit intensivem Duft oder mit Glitzer. Sie belasten beim Verbrennen die Raumluft.
Verpacken
Geschenkpapier, Folien, Kartons – jährlich entstehen in der Weihnachtszeit Millionen Tonnen an Verpackungsmüll. Kreative Mehrweg-Alternativen zum Geschenkpapier sind etwa vorhandene Tücher oder Stoffreste. Auch ein gekaufter oder selbst genähter Kissenbezug kann zum Einpacken dienen und anschließend weiter genutzt werden. Oder das Geschenk wird selbst zur Verpackung – etwa die Socken für das Duftwasser.
Wenn es doch Geschenkpapier sein soll, dann am besten eins mit dem Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ aus 100 Prozent Altpapier, so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Es kann in der blauen Tonne entsorgt werden.
Essen
Regional, saisonal, bio oder vegetarisch – mit diesen „Zutaten“ wird auch das Festessen nachhaltiger, heißt es in der Mitteilung. Beim Backen können fair gehandelte Zutaten, wie Zucker, Nüsse, Gewürze und Schokolade verwendet werden und weil meist doch mehr gekauft und gekocht wurde, als am Ende gegessen wird, ist es gut, sich um Reste zu kümmern und Übriggebliebenes nicht wegzuwerfen, erklärt die Verbraucherzentrale in der Mitteilung. Schmorgerichte und viele Beilagen lassen sich problemlos kühl lagern und am Tag darauf wieder aufwärmen oder zu neuen Gerichten verarbeiten. Wer vor den Festtagen Platz im Tiefkühlschrank schafft, kann viele Speisen auch einfrieren. So mancher Gast freut sich, wenn er etwas mitnehmen kann und sich selbst das Kochen spart. Fürs Mitgeben hat man am besten einige geeignete Gefäße parat, heißt es in der Mitteilung.
Weitere Tipps für ein nachhaltigeres Weihnachtsfest hat die Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen unter www.verbraucherzentrale.nrw/weihnachten zusammengestellt.
Der Ratgeber „Einfach nachhaltig“ der Verbraucherzentrale navigiert hingegen durch sämtliche alltägliche Lebensbereiche. Er kann unter www.verbraucherzentrale.nrw/shop für 16,90 Euro versandkostenfrei bestellt oder direkt für 13,99 Euro als E-Book heruntergeladen werden.








