Programmatisch und poetisch, so geht das Dresdener Büro Ruairí O’Brien. Architektur. Licht. Raumkunst. das Lichtkonzept für die Lüdenscheider Innenstadt an. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung erläuterten der Architekt und Lichtdesigner Ruairi O’Brien und sein Kollege Lars Joachim, wie sie Lüdenscheids Identität als „Stadt des Lichts“ stärken wollen.
Zurzeit arbeitet das künstlerisch-interdisziplinäre Architekturbüro noch an der Vertiefung des Konzepts. Im Sommer soll die Entwurfsplanung vorliegen. Schon im Herbst, so die vorsichtig-optimistische Einschätzung des Ausschussvorsitzenden Jens Voß, könne dann mit den ersten Arbeiten begonnen werden.
Klare geometrische Formen
Ruairí O’Brien und Lars Joachim veranschaulichten in einer Präsentation, welchen konzeptionellen Weg sie beschreiten, um zum Ende des Sommers hin einen ersten Entwurf vorlegen zu können. Ihr Ansatz: Moderne Technologien unter Einbeziehung des Bestands sollen nicht unbedingt mehr Licht, sondern „besseres Licht“, so Ruairi O’Brien, in die Stadt bringen. Dabei setzen die Licht-Experten auf Leuchten, die klaren geometrischen Formen zugeordnet sind und die neben der stimmungsvollen Illumination auch den Zweck von Wegweisern durch die Innenstadt erfüllen sollen.
Parkhäuser aufwerten
Gleichzeitig werde bei den Planungen das Sicherheitsgefühl der Menschen, die sich in der Stadt aufhalten, berücksichtigt. Sogenannte „Angsträume“ haben die Fachleute aus Dresden im Blick. Ruairi O’Brien sprach insbesondere die Parkhäuser an. Die „dunklen Betonklötze“ könnten durch ansprechende Fassadenbeleuchtung aufgewertet werden. So könnten sie auch die Funktion von Orientierungspunkten in der Stadt erfüllen.
Viele fühlen sich bei Dunkelheit nicht sicher
Welche Bedeutung das für Menschen hat, die abends oder in der Nacht in der City unterwegs sind, zeigt eine Befragung. 75 Prozent der 276 Befragten, die regelmäßig die Innenstadt besuchen, fühlen sich bei Dunkelheit nicht sicher. 36 Prozent gaben zudem an, dass Lüdenscheid aktuell den Anspruch „Stadt des Lichts“ zu sein, nicht erfülle.
Gesamtkosten liegen bei fünf Millionen Euro
Die Stadt Lüdenscheid geht zusammen mit den Dresdener Planern einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem umfassenden Lichtkonzept für die Alt- und Innenstadt. Ziel ist es, durch moderne, energieeffiziente und ästhetisch ansprechende Beleuchtung die Aufenthaltsqualität im Stadtkern zu verbessern, Sicherheit und Orientierung zu erhöhen sowie die städtische Identität zu stärken. Die Gesamtkosten werden voraussichtlich bei fünf Millionen Euro liegen.
Mit dem Büro Ruairí O’Brien Architektur Licht Raumkunst aus Dresden wurden international tätige Planer ausgewählt. Sie haben sich bereits durch Projekte an der Schnittstelle von Architektur, Lichtgestaltung und Stadtentwicklung einen Namen gemacht. Ruairí O’Brien und sein Team kombinieren technologische Innovation mit künstlerischer Gestaltung. Zu den Schwerpunkten zählen unter anderem städtebauliche Lichtkonzepte, Beleuchtung von öffentlichen Räumen und die Entwicklung von Identität stiftenden Lichtinstallationen. Damit bringt das Büro eine besondere Expertise für die gestalterischen wie funktionalen Anforderungen in Lüdenscheid mit.









