Nach der bitteren 36:38 (19:17)-Pleite im direkten Kellerduell in der Südweststaffel der Dritten Liga bei der MT Melsungen II am Sonntagabend, 19. April, können die Sauerländer die Planungen für die Regionalliga vorantreiben. Der Klassenverbleib reduziert sich auf die theoretische Ebene.

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Im richtungsweisenden Kellerduell zwischen den SGSH Dragons und der MT Melsungen II haben die Sauerländer die große Chance, über den Strich zu klettern, liegen lassen: Beim 36:38 (19:17) in Nordhessen zeigte die Mannschaft über weite Strecken eine Leistung auf Augenhöhe und steht am Ende doch mit leeren Händen vor dem Drittliga-Abgrund. Dabei begann die Partie durchaus vielversprechend. Beide Abwehrreihen agierten von Beginn an aufmerksam, nach fünf Minuten stand ein ausgeglichenes 1:1. Doch früh wurde auch deutlich, dass es das erwartet intensive Duell werden würde: Melsungen legte zunächst vor (4:2, 6.), während die Dragons offensiv noch nach ihrem Rhythmus suchten. Immer wieder war es SGSH-Keeper Luca Jannack, der seine Farben mit starken Eins-gegen-eins-Paraden im Spiel hielt.

Die SGSH biss sich sukzessive in die Partie, blieb trotz kleinerer Rückschläge dran und glich in der 10. Minute durch Erik Blaauw per Siebenmeter zum 6:6 aus - es entwickelte sich ein temporeiches, offenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Während Melsungen immer wieder zu einfachen Toren kam, hielt die SGSH mit Kampf und Einsatz dagegen. Nach 20 Minuten sprang dabei der erste Führungswechsel heraus: Max Jaeger erzielte die erste Führung für die Dragons (13:12). In der Folge übernahmen die Gäste zunehmend die Kontrolle, Bruder Felix Jaeger sorgte beim 16:14 (25.) für die erste Zwei-Tore-Führung, und trotz der hohen Intensität – die sich auch in einigen technischen Fehlern auf beiden Seiten zeigte – blieb die SGSH stabil. Kurz vor der Pause legten die Dragons nochmal nach, Julian Athanassoglou besorgte das 19:17 - gleichzeitig der Halbzeitstand.

SGSH zehn Minuten ohne Tor - Melsungen dreht die Partie

Nach dem Seitenwechsel schien sich das Spiel zunächst weiter in Richtung der Sauerländer zu entwickeln. Mehrfach setzte sich die SGSH auf drei Tore ab, ehe sie sich  nach 36 Minuten erstmals ein größeres Polster erarbeitete (Felix Jaeger, 26:21). Die Dragons wirkten in dieser Phase abgeklärter, spielten ihre Angriffe ruhiger aus und bestraften die Fehler der Gastgeber konsequent. Doch wie so oft in dieser Saison gelang es nicht, den Vorsprung nachhaltig zu verwalten. Zwar lag die SGSH auch bei noch 20 Minuten Restzeit verdient mit 29:25 in Führung, die Gastgeber aber steckten – nicht zuletzt dank eines überragenden Stefansson, der am Ende auf sagenhafte 21 Treffer kam - nicht auf. Ein 3:0-Lauf brachte die MT zurück ins Spiel, wenig später fiel der Ausgleich zum 31:31 (47.).

Die Dragons verloren völlig den Faden im Angriff und blieben über zehn Minuten ohne eigenen Torerfolg. In dieser Phase kippte die Partie endgültig: Melsungen nutzte das Momentum, stellte eine im zweiten Abschnitt griffigere Defensive und drehte das Spiel (32:31, 51.). Während bei der SGSH die Treffsicherheit komplett abhandenkam, zogen die Gastgeber auf 37:33 (57.) davon. Zwar kämpften sich die Dragons noch einmal auf 35:37 (Max Jaeger, 58.) heran, in der Schlussphase fehlte dann aber das nötige Quäntchen Glück. Nach der Disqualifikation gegen Julian Athanassoglou ließ Melsungen den fälligen Siebenmeter ungenutzt, in dann doppelter Unterzahl ließ sich aber nichts mehr ausrichten.

Die SGSH Dragons bringen sich bei der MT Melsungen II erneut selbst um den Lohn harter und intensiver Arbeit und brauchen für die verbleibenden drei Saisonspiele ein mittelschweres Wunder, um doch noch irgendwie die Klasse zu halten. Die Sauerland-Sieben hat zeitweise eine Hand am eigenen Schicksal, nach 60 Minuten aber scheint es, als würden die Lichter der Dragons in der Dritten Liga - zumindest vorerst - ausgehen.

Match Facts

MT Melsungen II 38:36 SGSH Dragons

SGSH Dragons: Gipperich (4), Panisic, Pacek, Plate, Bach, Buschhaus, N. Jannack, L. Jannack, Athanassoglou (3), Blauuw (3/2), Börner, Klinkby-Knudsen (4), F. Jaeger (13/1),  P. Jaeger (3), Voss, M. Jaeger (6).

Schiedsrichter: Philipp Schürhoff, Benedikt Steinebach.
Siebenmeter: MTM 1/3 (verworfen: Trogisch, Stefansson/je 1) - SGSH 3/4 (verworfen: Blauuw)
Zeitstrafen: MTM 2 - SGSH 3
B.V.: Disqualifikation Athanassoglou (SGSH Dragons, 58.)