Mit Beginn der Motorradsaison rückt auch das Thema Sicherheit wieder stärker in den Fokus: Die Polizei des Ennepe-Ruhr-Kreises hat erneut ihre jährliche Präventionsveranstaltung für Biker, am Samstag, 19. April, organisiert. Ziel ist es, frühzeitig für Gefahren zu sensibilisieren und den direkten Austausch mit Motorradfahrern zu fördern.

„Wir haben einmal im Jahr eine Auftaktveranstaltung zur Motorradsicherheit“, erklärt Polizeihauptkommissarin Dana Fiebig. „Uns ist es wichtig, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen – denn selbst ein Unfalltoter ist einer zu viel.“ Die Notwendigkeit solcher Veranstaltungen unterstreichen auch aktuelle Zahlen: Im Jahr 2024 registrierte die Polizei des Ennepe-Ruhr-Kreises zwei tödliche Motorradunfälle, im Jahr 2025 waren es drei. Für die Polizei ein klarer Auftrag, die Präventionsarbeit weiter zu intensivieren.

Moderne Schutzsysteme im Fokus

Ein Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf moderner Schutzkleidung. So konnten sich Besucher über verschiedene Airbagwesten informieren – sowohl mechanische als auch elektronische Modelle. Mechanische Airbagwesten sind über eine Reißleine mit dem Motorrad verbunden. Im Falle eines Sturzes löst sich die Verbindung, wodurch sich die Weste automatisch aufbläst und wichtige Körperbereiche schützt, darunter auch das Steißbein. Nach dem Auslösen kann sie wieder aufgeladen werden.

Elektronische Varianten hingegen arbeiten mit Sensoren und sind mit einer Smartphone-App gekoppelt. Sie reagieren selbstständig auf kritische Fahrsituationen und werden regelmäßig per Software-Update aktualisiert. „Diese Westen sind meist teurer, aber letztlich muss jeder für sich entscheiden, wie viel ihm die eigene Sicherheit wert ist“, so Fiebig. Neben Schutzkleidung präsentierte die Polizei auch beschädigte Motorradhelme aus realen Unfällen – darunter ein Helm aus einem Unfall bei etwa 25 bis 30 km/h sowie ein Exemplar aus einem tödlichen Unfall. Die Botschaft ist eindeutig: „Wir empfehlen, den Helm nach jedem Unfall auszutauschen“, betont Fiebig.

Breites Angebot an Informationsständen

Unterstützt wurde die Veranstaltung von verschiedenen Organisationen. Die Kreisverkehrswacht bot unter anderem einen Rauschbrillen-Parcours an, der die Auswirkungen von Alkohol und Drogen auf die Wahrnehmung simulierte. Auch die Johanniter-Unfall-Hilfe informierte über Erste-Hilfe-Maßnahmen und demonstrierte die sichere Helmabnahme bei verunfallten Motorradfahrern. Ein besonderer Blickfang war die „Streetbunnycrew“, ein gemeinnütziger Motorradverein, dessen Mitglieder in auffälligen, rosafarbenen Hasenkostümen unterwegs sind und sich für den guten Zweck engagieren.

Spezialfahrzeuge für den Ernstfall

Ebenfalls vertreten waren Motorradstaffeln von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW), die ihre Einsatzfahrzeuge präsentierten. Die Feuerwehr stellte unter anderem ihre sogenannten „ERKunder“-Motorräder vor, die speziell für den Katastrophenschutz ausgerüstet sind. „Diese Fahrzeuge ermöglichen es unseren Kräften, sich auch in schwierigem Gelände zu bewegen“, erklärt Roland Götz, Brandamtsrat und Leiter der Motorradstaffel. „Gerade bei der Suche nach vermissten Personen sind sie ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit.“

Rahmenprogramm sorgt für Festivalcharakter

Neben den informativen Angeboten kam auch die Unterhaltung nicht zu kurz. Das Haus Glörtal ergänzte die Veranstaltung mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm. Für musikalische Stimmung sorgte der Hamburger Musiker Jimmy Cornett, während der Tattooshop „Ruby Ink“ spontane Tattoos anbot. Ein Rodeo-Wettbewerb auf einem mechanischen Bullen rundete das Programm ab und sorgte für zusätzliche Unterhaltung bei den Besuchern.

Trotz aller Attraktionen blieb die zentrale Botschaft der Veranstaltung klar: Aufklärung und Prävention stehen im Mittelpunkt. „Wir wollen niemandem das Motorradfahren vermiesen“, betont Fiebig. „Aber jeder Unfall, der verhindert werden kann, ist ein Erfolg.“