Die Bedingungen hätten an diesem lauen Sommerabend wohl besser nicht sein können: Während die Sonne den Himmel über Halver in ein fast schon magisches Licht tauchte, versammelten sich rund 80 Besucher auf dem Platz vor der Nicolai-Kirche, um sich von der Kuratorin der Villa Wippermann, Jana Eilhardt, auf eine Zeitreise mitnehmen zu lassen – zurück in die schicksalshafte Nacht, die zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr führte.
Das erste Geräusch, was im Abstand von Sekunden über den Kirchplatz tönte, war jedoch zunächst das charakteristische „plöpp“, das entsteht, wenn man Bierflaschen einer bestimmten norddeutschen Marke öffnet. Im Wagen der alten Handspritzpumpe der Feuerwehr befanden sich zahlreiche Getränke für die Gäste.

Anschließend bekam jeder – zum besseren akustischen Verständnis – einen Audioguide für die Ohren, was mit Blick auf die hohe Besucherzahl und die Größe des Platzes sicher die richtige Entscheidung war. Untermauert wurde der Vortrag außerdem von vor der Kirche aufgestellten Schaubildern, die aktuell sonst in der Ausstellung der Villa zu sehen sind.
Um zwanzig Uhr nahm Jana Eilhardt, Kuratorin der Villa Wippermann, dann in einem knapp halbstündigen Vortrag alle Besucher mit zurück in die Nacht vom 1. auf den 2. Juli 1881, die „Nacht der Brände“, der nicht nur gerade eine umfangreiche Ausstellung in der Villa Wippermann gewidmet ist, sondern auch die Geburtsstunde der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Halver war.

Gespickt mit allerlei kleinen Anekdoten rund um die Stadtgeschichte gab Eilhardt die Geschehnisse des Großbrandes kompakt wieder. Dabei zitierte sie auch immer wieder aus Zeitungsartikeln des Allgemeinen Anzeigers: Für ihre Recherche hatte sich Jana Eilhardt durch das Archiv gearbeitet.
Abschließend kam sogar noch die alte Handspritzpumpe der Feuerwehr Halver zu einem kurzen Einsatz, der den Feuerwehrleuten zwar reichlich Muskelkraft abverlangte, jedoch einen gelungenen Abschluss der Veranstaltung darstellte.

In ihrem Vortrag machte Jana Eilhardt außerdem noch auf das Vorhaben aufmerksam, das Archiv des Allgemeinen Anzeigers zu digitalisieren und somit allen Bürgern alte Zeitungsartikel, Fotos und Anzeigen in einer Cloudlösung zur Verfügung zu stellen. Rund die Hälfte der dafür benötigten 100.000 Euro sind bereits durch die Sparkasse, den Heimatverein, die Bürgerstiftung für Halver und die Stadt zusammengekommen, der Rest soll durch Bürgerspenden finanziert werden. Spenden hierfür nimmt der Heimatverein unter dem Stichwort „Archivdigitalisierung“ entgegen.
Jana Eilhardt zeigte sich mit der Veranstaltung zufrieden: „Wir waren sehr überrascht von der großen Resonanz und den rund 80 Besuchern. Ich denke es hat allen viel Spaß gemacht. Auf vielfältigen Wunsch werden wir Bilder und Sprechtext ab nächster Woche auf unserer Website veröffentlichen“, erklärte sie anschließend gegenüber LokalDirekt.
Die Ausstellung „Unsere Feuerwehr – Einer für alle. Alle für einen“ in der Villa Wippermann läuft noch bis zum 25. September.









