"Auf dem Heimweg sind mir neulich Ratten in Scharen entgegengekommen", schildert eine Anwohnerin im Gespräch mit LokalDirekt. Besonders betroffen sei der Bereich zwischen Eschenweg und Bergstraße. Ähnliche Meldungen von Anwohnern kursieren in den sozialen Netzwerken. Wie steht die Gemeinde zu der angeblichen Plage? LokalDirekt hat nachgefragt.
"Das Problem ist hier bekannt und wird von uns sehr ernst genommen", betont Bürgermeister Christian Breddermann im Gespräch mit LokalDirekt. Verschiedene Maßnahmen, auch in Zusammenarbeit mit dem für die Kanalisation zuständigen Ruhrverband, seien bereits angestoßen worden. Jedoch bittet er im Namen der Verwaltung um Geduld. "Ratten sind sehr kluge Tiere, denen man nur mit List begegnen kann. Deshalb kann es noch einen Moment dauern, die Situation in den Griff zu kriegen."
Ratten gehören zum Stadtbild
"In jeder Stadt leben mindestens doppelt so viele Ratten wie Einwohner", ergänzt Silvia González Algaba, Leiterin des Ordnungsamtes. Ein gewisser Bestand sei daher normal und gehöre zum Stadtbild. Eine Plage im klassischen Sinne konnte bislang nicht festgestellt werden.
Dennoch nehme man die Meldungen der Bürger ernst: "Wir bekommen regelmäßig Anrufe. Wenn an bestimmten Orten vermehrt Ratten gemeldet werden, verständigen wir entweder den Ruhrverband, der entsprechende Köder in der Kanalisation auslegt, oder die betroffenen Eigentümer von Privatgrundstücken."
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"Der Kampf gegen die Ratten ist eine Gemeinschaftsaufgabe"
Gemeinde und Ordnungsamt bitten jedoch um die Mithilfe der Anwohner. Schon ein paar einfache Verhaltensregeln, so erklärt Silvia González Algaba, können dafür sorgen, die Tiere gar nicht erst anzulocken.
So soll ihnen nach Möglichkeit keine Nahrung geboten werden. Mülltonnen und Säcke sollten komplett geschlossen gehalten und möglichst erst kurz vor Abholung durch die Müllabfuhr bereitgestellt werden. Speisereste sollten im Hausmüll entsorgt und nicht ins Grüne geworfen, auf dem Kompost oder in der Toilette oder im Ausguss heruntergespült werden.
Grundstückseigentümer sollten beachten, keine Nist- und Unterschlupfmöglichkeiten zu bieten. Gerümpel oder Holzstapel sollten daher nicht über längere Zeit liegengelassen, Sträucher, Bodendecker und Kletterpflanzen kurzgehalten oder ausgelichtet werden. Tierfutter sollte nicht offen herumstehen, geöffnete Kellerfenster mit engmaschigen Gittern versehen werden.
Vogelfutter kann Ratten anlocken
Beim Füttern von Vögeln gibt es laut Silvia González Algaba ebenso einiges zu beachten. Denn: auch auf dem Boden oder der Fensterbank herumliegendes Vogelfutter kann die Schädlinge anlocken. Deshalb wird die Verwendung eines Futterspenders mit einer kleinen, nur für die Vögel zugänglichen Öffnung empfohlen. Außerdem sollte nicht zu viel Futter angeboten und darauf geachtet werden, dass nicht zu viel davon auf dem Boden landet.
Fallen statt Gift verwenden
Vorsicht bei der Verwendung von Rattengift: das Bundesumweltamt warnt ausdrücklich vor dessen Einsatz. Dieses kann nämlich auch Kinder, Hunde und Katzen vergiften. Stattdessen empfiehlt es mechanische Fallen.
Gemeinde und Ruhrverband arbeiten an Lösungen
Die von den Anwohnern beschriebenen Tunnelsysteme, so erklärt Bürgermeister Christian Breddermann, werden derzeit auf mögliche Rattennester überprüft, ebenso lege der Ruhrverband in der Kanalisation regelmäßig neue Köder aus, und auch mit den Eigentümern von betroffenen Grundstücken stehe die Gemeinde im Kontakt. Übrigens dürfen auch verendete Tiere der Gemeinde gemeldet werden. Diese verbuche der Bürgermeister, wie er betont, als Erfolg und Zeichen, dass die Maßnahmen wirken.
Dennoch bittet er die Bürger um Geduld: "Die Maßnahmen laufen, aber benötigen einfach noch ein wenig Zeit, um zu wirken."









