Die Kürbissaison steht vor der Tür — und nach einem heißen und trockenen Sommer fällt die Ernte in diesem Jahr voraussichtlich kleiner aus. Doch nicht alle Kürbisse lassen sich davon beeindrucken: Welche Sorten besonders gut mit der Hitze zurechtkommen und was bis zum Herbst noch auf den Feldern passiert erklärt die Kürbisfarm Köpke in Halver.
Weniger Ernteertrag ist sicher
Bis Halloween ist es zwar noch ein wenig hin, doch auf der Kürbisfarm Köpke laufen die Vorbereitungen für die Herbstsaison bereits an. Die Kürbisse, die traditionell Ende Oktober als Suppe auf dem Teller oder als geschnitzte Laterne vor der Haustür landen, haben in diesem Jahr allerdings mit den Folgen von Hitze und Trockenheit zu kämpfen.
„Wir werden auf jeden Fall weniger Ertrag haben als in den Vorjahren. Normalerweise wachsen an einer Pflanze vier bis fünf Früchte, jetzt ist es häufig nur eine einzige“, sagt Geschäftsführer Michael-Rene Köpke im Gespräch mit LokalDirekt. Er betreibt die Kürbisfarm nahe Hohenplanken als Nebenerwerbslandwirtschaft.
Die Kürbisse werden in diesem Jahr, so weiß er jetzt schon, kleiner als sonst ausfallen. „Gerade die Schnitz- und Hokkaidokürbisse produzieren eine dickere und härtere Schale, um sich vor der Sonne zu schützen. Im Umkehrschluss heißt das natürlich, dass im Kürbis weniger Fruchtfleisch heranwächst“, sagt Köpke.
Der nächtliche Tau, der im anstehenden Herbst noch zunehmen wird, helfe der Pflanze zumindest ein bisschen bei der Wasserversorgung. „Gießen können wir den ganzen Bestand definitiv nicht“, sagt er. „Dazu sind die Anbauflächen viel zu groß.“ Problematisch sei die Trockenheit vor allem an den Hangflächen: „Dort ist wenig Mutterboden, dafür aber sehr viele Steine. Da kann sich natürlich kein Wasser halten.“
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Jungpflanzen sollen Verluste reduzieren
Diese Flächen, auf denen sich derzeit vor allem Unkraut ausgebreitet hat, werden jetzt gerodet; die trockenen Pflanzen werden untergepflügt und neue Setzlinge in die Erde gebracht.
Das Unkraut, das statt der Kürbisse gewachsen ist, konnte sich ausbreiten, da auf der Halveraner Kürbisfarm nach eigenen Angaben keine Pestizide ausgebracht werden. "Das ist anfangs mit viel Handarbeit verbunden, da bei den Jungpflanzen vor allem die Herzen freigehalten werden müssen, damit sie gut wachsen", erklärt Köpke. Ist die Pflanze erst mal groß genug, könne sie sich alleine gegen das Unkraut durchsetzen. "Dann steht Kürbispflanze an Kürbispflanze und das Unkraut hat dazwischen keinen Raum." Die Pflanzen, die durch die Hitze und Trockenheit zu klein bleiben, hätten diese Chance nicht — sie würden zu allem Überfluss auch noch vom Unkraut, das ihnen das letzte Wasser wegnimmt, überwuchert.
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In der Scheune warten bereits mehrere Paletten mit Babyboo-Pflanzen. Diese sollen als Ersatz für die vertrockneten Pflanzen neu gesetzt werden und noch bis zum September den kleinen, schneeweißen Kürbis, der im Volksmund auch "Bratkartoffelkürbis" genannt wird, hervorbringen. Eine Aufgabe, für die Bianca Köpke zuständig ist.
Schon im Mai hat sie rund 6000 Kürbisse gepflanzt. Eine Arbeit, die normalerweise bis zu drei Wochen dauert. "Aber wir haben uns jetzt eine Setzmaschine angeschafft", freut sich die Nebenerwerbslandwirtin. "Damit schaffen wir die gleiche Arbeit an zwei Wochenenden." Diese Kürbisse werden, wenn sie gute Wachstumsbedingungen haben, bis zur Ernte Mitte September reif sein und dann eine weichere und dünnere Schale als die durch Hitze geschädigten Kürbisse haben.
Trockenheit auch als Hilfe gegen Pilzbefall
Ein weiterer Hagelsturm wie der, der in der vergangenen Woche in Teilen von Halver herunterging, wäre katastrophal: "Die zum Teil kirschgroßen Hagelkörner haben die Blätter der Pflanzen durchschlagen", bedauert Michael-Rene Köpke. Die großen Blätter sind nicht nur Schattenspender für die Früchte — ohne sie könnten die Kürbisse gar nicht wachsen, denn über die Blätter nimmt die Pflanze die Energie auf, die sie für die Herstellung der Frucht benötigt.
Pilzbefall ist ein weiteres Problem, das in "normalen Jahren" auch solche beschädigten Blätter betrifft. Denn der Pilz nistet sich an den Wundrändern der verletzten Blätter ein. "Aber dafür war die Trockenheit in diesem Jahr gut. Für den Pilz ist das Klima viel zu trocken, daher hat sich an den verletzten Blättern keine Blattfäule bilden können", sieht Köpke den positiven Effekt der Trockenheit.
Einige Kürbissorten sind bereits reif. Dennoch macht es für Köpke noch keinen Sinn, sie in großer Menge zu ernten. „Wer will bei 30 Grad Außentemperatur schon eine deftige Kürbissuppe essen?“, fragt er sich, weiß aber auch: „Sie in der heißen Halle zu lagern, ist auch keine gute Idee, denn dort würden sie sich bis Ende Oktober nicht halten.“
Alte Sorten und neue Versuche
Eher durch Zufall wurden in diesem Jahr auf dem Hof Köpke vermehrt türkische Honig- und Muskatkürbisse angebaut. Diese Früchte, die ursprünglich aus dem Süden kommen, können mit der Hitze besser umgehen. Auch Kalebassen, die im letzten Jahr gerade mal eine Frucht gebracht haben, stehen dieses Jahr viel besser da.
Ein erster Versuch, neben Kürbissen auch Wassermelonen anzupflanzen, sei in diesem Jahr gescheitert. "Das hatte ausnahmsweise aber nichts mit der Trockenheit zu tun. Diese Pflanzen wurden schon im Mai, als es sehr nass war, von den Schnecken aufgefressen", sagt Köpke mit ein bisschen Enttäuschung in der Stimme.
Aber es soll nicht der letzte Versuch gewesen sein. Denn inzwischen wachsen neben den insgesamt 48 verschiedenen Kürbissorten und auch Zucchini auf dem Hof Köpke — und diese Vielfalt soll erhalten und erweitert werden.
Einige der bereits reifen Früchte müssen dennoch bereits jetzt vom Feld geholt werden, damit die Pflanzen ihre begrenzten Wasserreserven in die kleineren, nachwachsenden Kürbisse stecken können. Diese können dann im Rahmen eines zweiten Erntevorgangs Mitte September bis Anfang Oktober vom Feld geholt werden, um spätestens beim Breckerfelder Bauernmarkt am letzten Septemberwochenende verkaufsfertig vorbereitet zu sein. Ob die gesamte Ernte schlussendlich wenigstens moderat ausfällt, lasse sich jetzt noch nicht sagen, so Köpke. "Für die Kürbisse war dieser Sommer aber alles andere als leicht."









