Die Veranstaltung am Samstag im Festsaal am Riesei in Werdohl war schon ein voller Erfolg. Dort wurde die Messlatte für den Auftritt des Orchesters am Sonntag in der Aula des ASG recht hoch angelegt. Ein paar Zuschauer mehr hätte die Veranstaltung in Böddinghausen allerdings schon verdient gehabt. Diejenigen, die vor Ort waren, genossen die hervorragende musikalische Darbietung des Orchesters in vollen Zügen. Die Moderation wurde in souveräner und lockerer Form von Sebastian Hoffmann durchgeführt.
Schon in der Romantik beschäftigten sich nicht nur Literaten wie Mary Shelley („Frankenstein“), E.T.A. Hoffmann („Die Elixiere des Teufels“), Edgar Allan Poe „(Der rote Tod“) oder Bram Stoker („Dracula“) mit dem Horrorgenre. Auch Komponisten setzten sich in der Form der sinfonischen Dichtung mit dem Unheimlichen und Schauerlichen auseinander.
Der Konzertstart aus Tschaikowskys Ballettmusik zu „Schwanensee“ beschreibt nicht nur majestätisch die Schönheit des weißen Schwans, sondern zeigt auch dessen psychotische Abgründe auf.
Das zweite Stück war von Wolfgang Amadeus Mozart. In Mozarts Musik steckt bei aller Leichtigkeit auch immer eine Spur Düsternis, die erst in seiner unvollendet gebliebenen rätselhaften Totenmesse richtig zum Ausdruck kommt. In seinem 1775 entstandenen Violinkonzert in G-Dur zeigte Solistin Melanie Czarny in Perfektion auch die dunkleren Hintergründe dieser auf den ersten Blick so schwerelos anmutenden Musik auf.

Nach einer kleinen Pause erklang die Sinfonische Dichtung von Modest Mussorgsky – berühmt für seine „Bilder einer Ausstellung“ – illustriert plastisch hörbar den Hexensabbat inklusive Besuch des Leibhaftigen in seiner virtuosen Komposition „Eine Nacht auf dem kahlen Berge“.
Nächster Programmpunkt war die Umsetzung einer Textvorlage von Henri Cazalis die Camille Saens-Saints im Jahre 1872 unter dem Titel „Danse Macabre“ in Musik vertonte.
Das letzte Stück des offiziellen Teil war ein Medley. Klaus Badelt, ein Komponist unserer Zeit, hatte bei der Vertonung des Kinoklassikers „Fluch der Karibik“ die unheimlichen Bilder der Horrorkomödie gewiss schon im Ohr. Lang anhaltender Applaus brandete ob dieser Musikwucht auf.
Natürlich kamen die Musiker nicht um eine Zugabe herum. Das Publikum dankte nochmals mit lang anhaltendem Applaus. Es war ein tolles Konzert.









