Die Diskussion über die Eintrittsgelder für die Museen der Burg Altena, das Deutsche Drahtmuseum und die Luisenhütte in Balve-Wocklum gestaltete sich spannend: Im vergangenen Jahr hatte die Kreisverwaltung der Kreispolitik den Vorschlag gemacht, bei den Museen auf Eintrittsgelder zu verzichten. Eine Entscheidung wurde von der Politik auf den Kreistag verschoben. Als eine Maßnahme zur Haushaltskonsolidierung hatte die CDU-Kreistagsfraktion im Kulturausschuss am 8. November einen Antrag eingebracht. Die Kreisverwaltung sollte der Politik Vorschläge für eine angemessene Anpassung der Entgelte für die Museen und des Kreisarchivs unterbreiten. Während der Antrag im Kulturausschuss und im Kreisausschuss mehrheitlich abgelehnt wurde, erhielt er im Kreistag am 7. Dezember 2023 unerwartet eine Mehrheit. Soweit die Ausgangslage.
Für die Sitzung des Kulturausschusses am 21. Februar hatte die Kreisverwaltung eine Anhebung der Eintrittsgelder für die Museen und der Gebühren für die Serviceleistungen des Kreisarchivs vorgeschlagen – LokalDirekt berichtete. Dabei hatte die Verwaltung die Preissteigerungsraten seit den letzten Entgeltanpassungen in 2010 für Kreisarchiv und 2015 für die Museen mit einberechnet. So sollte der Preis beispielsweise für die Kombikarte für die Burg Altena und das Deutsche Drahtmuseum um ein Euro von sechs auf sieben Euro erhöht werden. Bereits zu Beginn des Kreisausschusses beantragte die SPD-Kreisfraktion eine getrennte Abstimmung über die Gebühren für die Museen und das Kreisarchiv.
Auf Nachfrage der Politik erläuterte Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper erneut, dass durch den hohen Personalaufwand bei der Vereinnahmung (Führung einer Handkasse, Vier-Augenprinzip beim Zählen, Einzahlung und Buchung bei der Kreiskasse etc.) von den Eintrittsgeldern für die Museen nur wenige Cent übrigbleiben. Hinzu komme, dass das aktuelle Kassensystem, das wegen des Burgaufzugs gemeinsam mit der Stadt Altena betrieben wird, technisch nicht den komplexen Anforderungen des Museumsbetriebs entspreche und ständig zu Ausfällen und Problemen führe, was wiederum viel Personal binde.
Ein neues Kassensystem müsse ausgeschrieben werden. Die Kosten schätzt Detlef Krüger, Fachdienstleiter für Kultur und Tourismus, nach ersten Gesprächen mit drei in Frage kommenden Anbietern grob auf 100.000 Euro. Die topographische Lage, die dicken Mauern der Burg Altena, der Aufzugsschacht und die reine Funkverbindung zum Deutschen Drahtmuseum stellen große Herausforderungen dar. Auf Nachfrage der SPD-Kreistagsfraktion bestätigte Barbara Dienstel-Kümper, dass auch mit einer Erhöhung der Eintrittsgelder auf längere Sicht kein Plus zu erwirtschaften sei, wenn das neue Kassensystem angeschafft wird, weil sich dieses zunächst amortisieren müsse.
Nach gut einstündiger Diskussion über die Eintrittsgelder und mit fünfminütiger Sitzungsunterbrechung lehnte die Politik die Erhöhung der Eintrittsgelder für die Museen gegen die Stimmen der CDU und Enthaltung der FDP mehrheitlich ab. Die SPD-Kreistagsfraktion überlegt, für den Kreisausschuss einen Antrag formulieren, das Kassensystem abzuschaffen und den Eintritt in die Museen frei zu stellen. Die CDU-Fraktion hält eine Gebührenaussetzung angesichts der angespannten Haushaltslage und der Kreisumlage für ein falsches Signal an die Städte und Gemeinden.








