Aus Altena nach Wiblingwerde zum Pizzaessen, aus Nachrodt nach Altena zum Kinoabend oder aus Wiblingwerde nach Nachrodt für einen Spieleabend – für die Jugendlichen gar kein Thema. Standortgrenzen kennen sie nicht, sie blicken gerne über den eigenen Tellerrand. Die Jugendarbeit in der neuen Trinitatis-Gemeinde wird durch ein junges Leitungsteam ordentlich in Schwung gebracht. Jahrelang hatte es gerade für Teens kaum Angebote im Höhendorf gegeben. Nun geht es wieder los. Zum Pizza-Abend kamen gleich 20 Jugendliche ins Gemeindehaus – ein toller Erfolg für das interprofessionelle Pastoralteam. „Wir wollen wieder Leben in die Bude bekommen. Und dafür braucht es neue Konzepte“, sagt Gemeindepädagogin Nina Wetzstein. Es sei noch eine Testphase. Es gelte herauszufinden, wo die Bedarfe liegen, was gut ankommt und was an welchem Standort etabliert wird.
Seit Pfingsten sind die drei evangelischen Gemeinden Altena, Wiblingwerde und Nachrodt vereint. Der Prozess des Zusammenwachsens läuft – in einem Bereich schneller, in anderen langsamer. Bei den Jugendlichen ist der Standort bereits jetzt kein Thema mehr. „Wir haben schon vier Jugendabende in Altena gehabt. Jetzt sind wir mal in Wiblingwerde. Es ist uns wichtig, alle Standorte einzubinden. Niemand soll sich ausgeschlossen fühlen“, betont Nina Wetzstein. Dabei ist den Jugendlichen die Standortfrage gar nicht so wichtig: „Also mir ist völlig egal, wo wir uns treffen“, erklärt eine Teilnehmerin. Allerdings gibt es ein Problem: die Verkehrsanbindung. „Das macht es schon nicht leichter. Die Jugendlichen aus Wiblingwerde müssen gebracht werden oder eben umgekehrt“, erklärt die Gemeindepädagogin.
Ziel sei es, die Jugendlichen aus den verschiedenen Gemeindeteilen untereinander zu vernetzen und ihnen Räume für Treffen zu bieten. „Wir starten bei der Jugendarbeit tatsächlich nicht komplett bei Null. Es gibt schon noch Stämme auf die wir aufbauen können und die wir an einigen Standorten versuchen zu reaktivieren. Natürlich sprechen wir auch gezielt die Konfis an“, sagt Nina Wetzstein. Sie sieht einen klaren Vorteil in dem jungen und neuen Team: „Ich glaube schon, dass wir die Jugendlichen ein wenig anders abholen können, weil wir einfach etwas näher dran sind.“
Das Team hat sich für die kommenden Wochen einiges vorgenommen. So soll es im Advent einen großen Jugendgottesdienst mit Adventsfeier geben und für das kommende Jahr ist eine Party nach den Sommerferien geplant. „Die Jugendlichen bestimmen auch selbst mit, was sie machen möchten“, betont Nina Wetzstein. So sei die Idee zu dem Pizza-Abend von ihnen gekommen. Zu jedem Treffen gehöre aber auch ein kurzer geistlicher Impuls. „Auch das gestalten wir bei den Jugendlichen natürlich anders. Heute gibt es beispielsweise eine Pizza-Andacht“, verrät die Gemeindepädagogin. Es sei an der Zeit, das verstaubte Image loszuwerden. „Ich weiß von mir selbst, dass es mir als Teenager eher peinlich war, zu sagen, dass ich in die Kirche gehe. Aber das ist ja totaler Quatsch“, erzählt Wetzstein. Dem können die Teilnehmer nur zustimmen. „Also mir ist das nicht peinlich. Ich habe hier ja meine Freunde, mit denen ich mich treffe“, berichtet ein Mädchen aus Altena.









