Eigentlich sollten manche Dinge schon lange der Vergangenheit angehören – wie zum Beispiel der Antisemitismus. Dieser ist jedoch nach wie vor ein Thema in der Gesellschaft, wie die beiden ehrenamtlichen Vertreter der Kölner Organisation betonten. Von Mitschülern ausgegrenzt worden, so erzählt die 22-jährige Studentin Jen, sei sie schon zu Grundschulzeiten. „Auf den Zetteln, die mir zugesteckt wurden, standen keine Liebesbotschaften, sondern die Drohung, mich abzustechen“, erklärte sie den teilnehmenden Zehntklässlern der Humboldtschule. Dort war sie – gemeinsam mit ihrem älteren Bruder Steve – zu Gast. Das Ziel: Mit den Schülern ins Gespräch zu kommen und Vorurteile abzubauen.
Möglich war das dank einer Zusammenarbeit mit der Kölner Organisation „Meet a Jew„, die solche Begegnungen zwischen jungen Menschen organisiert. Jen und ihr drei Jahre älterer Bruder Steve besuchen regelmäßig ehrenamtlich Schulen. Ihr erklärtes Ziel fasst Steve in wenigen Worten zusammen: „Unser jüngerer Bruder muss immer noch sehr viele Fragen zu unserem Glauben beantworten. Wir möchten daher einen Teil zur Aufklärung beitragen, Präsenz zeigen und vor allem Vorverurteilungen entgegenwirken.“
Die Zehntklässler der Humboldtschule zeigten sich interessiert – so wollte ein Schüler gerne wissen, was denn das Schlimmste sei, was Steve jemals im Zusammenhang mit dem Judentum erlebt habe. Und der musste nicht lange überlegen: „In Hagen ist es vor knapp zwei Jahren mal fast zu einem Anschlag auf die Synagoge gekommen. Offensichtlich hatte der mutmaßliche Attentäter sogar Kontakt zur IS. Da bekommt man es schon mit der Angst zu tun.“

Für Religionslehrer und Koordinator Constantin Pantel ist das Projekt laut eigener Aussage „eine Herzensangelegenheit“, wie er gegenüber LokalDirekt erklärte. Bereits zum zweiten Mal, so Pantel weiter, sei die Organisation an der Humboldtschule zu Gast. „Diese Gespräche sind für alle Beteiligten unfassbar wertvoll“, fasste er zusammen.
Auch das abschließende Feedback fiel positiv aus – so bedankten sich die Schüler am Ende bei den beiden Vertretern der Organisation für das offene Gespräch. „Das war eine coole Aktion, bei der wir eine Menge gelernt haben“, brachte es einer der Schüler abschließend auf den Punkt.









