Meinerzhagen. Sein Sauerstoff kommt noch aus einem Tank, den er über der Schulter hängen hat. Laufen musste er erst wieder in einem Rollgestell lernen. Wie lebensbedrohend Corona sein kann, hat der Meinerzhagener, der als Krankentransporteur gearbeitet hat, selbst erlebt.
Bei der Mahnwache vor der Stadthalle schilderte er am Montagabend, wie er sich vermutlich bei einer Nachtschicht mit dem Virus infizierte. Wie er zwei Wochen auf der Intensivstation verbracht hat, wie Pflegepersonal und Ärzte um sein Leben gekämpft haben und doch kaum noch Hoffnung hatten. Sie baten ihn eines nachts, sich von seinen Angehörigen zu verabschieden, weil sie kaum Hoffnung hatten, dass er den Kampf gegen das Virus gewinnt.
„Alles schmeckt nach Leder“
Peter W, hat überlebt, hat sich „ins Leben zurück gekämpft“, wie er sagt. Er sei dankbar, dass er wieder laufen könne. Sauerstoff bekommt er aus dem Tank über Schläuche in seine Nase. Der Geschmackssinn ist immer noch beeinträchtigt. „Alles schmeckt nach Leder“, berichtet er. Nur Gewürzgurken kann der Meinerzhagener schmecken. Er ist dankbar, dass er noch lebt, dass er wieder laufen, wieder Auto fahren oder selbst einkaufen kann. Der Geschmackssinn „soll wiederkommen“, sagt er. Zusätzlichen Sauerstoff werde er noch eine Weile brauchen. Peter W. ist dankbar für die vielen guten Wünsche, oft verbunden mit dem Geschenk eines Glases Gurken. Mit Gurken könne er bald einen Handel aufmachen. Er hat seinen Humor nicht verloren. Aber: arbeiten wird er nicht mehr können. Jetzt, mit Mitte 50, muss er mit 1.000 Euro Erwerbsminderungsrente auskommen, berichtet er den etwa 80 Teilnehmern der Mahnwache, die ordnungsgemäß angemeldet war.
Von der Politik würde er sich wünschen, dass Menschen, die ein Schicksal wie er erfahren mussten, besser versorgt werden.

Kein Verständnis hat er für Menschen, die Kinder mit zu „Spaziergängen“ bringen, um die Welt in Gut und Böse zu teilen oder die wegen der Maskenpflicht, die sie ja augenfällig ignorieren, von der Einschränkung von Freiheitsrechten faseln. Peter W. verweist auf Pflegepersonal, Lackierer oder Handwerker, die unter Masken noch schwer arbeiten müssen. „Die Leute denken nicht nach, was Corona mit einem macht“, sagt der ehemalige Krankentransporteur und ruft auf, sich impfen zu lassen. Die Impfgegner sollten bedenken, dass Tollwutimpfungen oder Impfungen für Reisen oft schlimmere Folgen haben können, als der Pieks gegen Corona.
Für den Beitrag gab es viel Beifall. Da waren die „Spaziergänger“ schon weitergezogen.










