Bevor sich die Pianistin an den Flügel setzte, erzählte sie viel Informatives über die von ihr gespielten Stücke und deren Schöpfer. Dann spielte sie los.
Nach nur wenigen Klängen war klar: hier hatte man es mit einer wahren Meisterin auf ihrem Instrument zu tun. Mit ihrem gefühlvollen, virtuos vorgetragenen Spiel bot sie hervorragende Interpretationen, angefangen mit Frédéric Chopins „Vier Mazurken“ – polnische Tänze im Dreiviertel-Takt -, gefolgt von Franz Liszts „Sechs Polnischen Liedern“. Besonders gelungen hierbei: die perlenden Läufe, die höchste Präzision und Meisterschaft verlangen und sich oft über schwer zu spielende Ostinati ergossen. Borac spielte ohne Hast, sehr bedacht die schwierigsten Tonfolgen und fing die Stimmungen der jeweiligen Stücke perfekt ein.
Mit einer brillanten Intonation gelang ihr auch die Interpretation von Maurice Ravels „La Valse“, jenes Stück in dem Ravel den Wiener Walzer seziert und in seine Einzelteile zerlegt, um diese dann in ungewohnter Manier mit neuen Rhythmen und Melodien neu zusammenzusetzen. Kein Wunder, dass Ravel zeitweise als Avantgardist galt.
Nach der Pause ging es ausschließlich mit Werken des Norwegers Edvard Grieg weiter. Luiza Borac ließ den geneigten Zuhörer mit ihrem glasklaren Spiel und dem exakten Anschlag in die musikalischen Welten Griegs eintauchen und zeigte einmal mehr wie wunderbar die Kunstform „Musik“ sein kann.
Das nahmen wohl auch viele Zuhörer wahr und forderten frenetisch eine Zugabe. Luzia Borac spielte diese gerne und legte mit dem „Zug der Zwerge“ eine bekannte Grieg-Komposition nach, in der es rhythmisch und lyrisch zuging. Wie bei allen gespielten Liedern benötigte die Pianstin auch hier keinerlei Notenhilfe – sensationell.










