„Die SIHK ist die Brücke zwischen Politik und Wirtschaft“, sagte der Diplom-Volkswirt vor über 40 Gästen im Gasthof Spelsberg und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Das S in SIHK steht übrigens für super“. Im lockeren Gespräch mit Moderator Matthias Bittern vom Beirat der Wirtschaftsjunioren lieferte Dr. Ralf Geruschkat an diesem Abend zahlreiche Einblicke in die Kammerarbeit. „Kammer – kann man machen“, eröffnete Matthias Bittern das Zwiegespräch. Dahinter verbarg sich die Frage, ob und wozu die Industrie- und Handelskammer gut ist. „Was wäre die Alternative?“, fragte der SIHK-Hauptgeschäftsführer zurück und verwies auf die zahlreichen Ausbildungs- und Weiterbildungsangebote, Beratungsmöglichkeiten und mehr. „Es würde eben viel wegfallen und – wenn wir es nicht machten, übernähme der Staat.“ Das könne nicht im Sinne der Wirtschaft sein, deren Dienstleister die Industrie- und Handelskammern ja seien. „Sie, die Wirtschaft, bestimmen über die Beschlüsse in der SIHK-Vollversammlung die Richtung.“ Dr. Ralf Geruschkat nutzte auch die Gelegenheit unter den Gästen für Kandidaturen zum neuen Kammer-Parlament zu werben. Die nächste Wahl steht im Jahr 2025 an.
Die SIHK sei ein gefragter Gesprächspartner der Politik. „Sie weiß, dass wir zahlreiche Interessen unter einem Dach vereinen und eine ausgewogene Gesamtmeinung zu den verschiedensten Themen anbieten.“ Als Beispiel für erfolgreiche Politikberatung führte er die zinsbegünstigten und mit einem Teiltilgungsnachlass verbundenen Kredite an, die das Land NRW den von der Sperrung der A45 betroffenen Unternehmen gewährt.
Im kommenden Jahr werde sich die SIHK insbesondere auf die Themen Fachkräftemangel, Nachhaltigkeit und Europa konzentrieren. „Gut ausgebildete Fachkräfte sind das Gold von morgen“, sagte er. Um sie zu finden, werde die SIHK zahlreiche Initiativen starten, kündigte Dr. Ralf Geruschkat an. So suche die SIHK zurzeit auch wieder Ausbildungsbotschafter. Das seien junge Leute, die sich in der Lehre befänden und an Schulen die Werbetrommel für ihren Beruf rührten.
Der SIHK-Hauptgeschäftsführer berichtete auch von einem Silberstreif am Horizont. So liege die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge mit etwas über 3000 wieder fast auf Vor-Coronaniveau.
Die Frage von WJL-Sprecher Danny Fischer nach einer Digitalstrategie der SIHK beantwortete Dr. Ralf Geruschkat so: „Selbstverständlich habe die Kammer eine Strategie. Es könnte aber auch bei uns alles schneller gehen“! Beim anschließenden Gänseessen hatten die Gäste somit im Gasthof Spelsberg ausreichend Themen für angeregte Tischgespräche.
Am 20. November steht bei einem Treffen in Olpe das Thema „Wie mache ich mein Unternehmen zur Marke?“ auf dem Programm. Am 30. November findet im Museum der Stadt Lüdenscheid die nächste Auflage der Veranstaltungsreihe Forum Fabrik der Zukunft mit Adalbert Neumann, Geschäftsführer der Busch-Jaeger Elektro GmbH, als Referenten statt.
Die Wirtschaftsjunioren (WJ) Lüdenscheid sind eine Vereinigung von jungen Unternehmern/innen sowie angestellten Führungs- und Führungsnachwuchskräften unter 40 Jahren aus allen Branchen der Wirtschaft mit knapp 50 aktiven Mitgliedern aus den Städten und Gemeinden: Halver, Herscheid, Kierspe, Lüdenscheid, Meinerzhagen und Schalksmühle. Unterstützt werden die WJ Lüdenscheid durch ihre rd. 140 Förderer im Wirtschaftskreis Lüdenscheid.
Sie befassen sich in Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen, bei Betriebsbesichtigungen, in Seminaren, in Arbeitskreisen sowie in Projektgruppen mit wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Fragen von lokaler und regionaler, sowie auch nationaler und internationaler Bedeutung. Sie sind überzeugt, dass unser Land neue Gründer und innovative Unternehmen braucht. Deshalb bringen sie sich ein. Die WJ Lüdenscheid gehören den Wirtschaftsjunioren Deutschland (WJD) an und bilden mit mehr als 10.000 aktiven Mitgliedern den größten Verband junger Unternehmer/innen und Führungskräfte in Deutschland. Bundesweit verantworten die Wirtschaftsjunioren bei einer Wirtschaftskraft von mehr als 120 Mrd. Euro Umsatz rund 300.000 Arbeits- und 35.000 Ausbildungsplätze. Der Bundesverband WJD ist Mitglied der mehr als 100 Nationalverbände umfassenden Junior Chamber International (JCI).
Weitere Informationen unter www.wj-luedenscheid.de.










