Schon 2014 hatte sich Breckerfeld um Aufnahme in das EU-Förderprogramm LEADER beworben, wurde allerdings für die Förderperiode bis 2022 in das „kleinere“ Förderprogramm Vital.NRW umgeleitet.
Um überhaupt in den Genuss der Vital.NRW-Gelder kommen zu können, schlossen sich 2016 Breckerfeld, Ennepetal, Sprockhövel sowie die Stadtteile Gevelsberg-Asbeck und -Silschede, Wetter-Esborn und Schwelm-Linderhausen zum Verein Ennepe.Zukunft.Ruhr zusammen und haben unter diesem „Dach“ seither zahlreiche – erfolgreiche – Projekte realisieren können.
Was bisher erreicht wurde
So wurde zum Beispiel mittels Vital.NRW-Förderung der Rundweg um die Glörtalsperre mit weiteren Sitzbänken, Infotafeln, neuen Wassereinstiegswegen zum Badebereich und neuen Spielplatzgeräten attraktiver gestaltet. Ein anderes Projekt war die Anlegung eines „Blühstreifens“ entlang des Radwegs zwischen Ennepetal-Oberbauer und Breckerfeld-Delle: Hier sorgen nun Wildblumen auf einer Gesamtfläche von 25.000 Quadratmetern nicht nur für eine optische bunte Vielfalt, sie schaffen zugleich neuen Lebensraum zum Erhalt der Insekten-Vielfalt entlang der L701.

All das sind nur einige Beispiele, die aber zeigen, welch große Projektvielfalt mit diesen Fördermitteln möglich ist. Und nun ist Ennepe.Zukunft.Ruhr also offiziell LEADER-Region, was bedeutet, dass den sieben zugehörigen Städten und Stadtteilen nochmals ein deutlich größerer Fördermitteltopf zur Verfügung steht: bis zum Jahr 2028 insgesamt 2,3 Millionen Euro.
Vielfältige Projekte sind förderfähig
Dieses Geld, das aus dem EU-Haushalt und Mitteln des Landes NRW stammt, soll Projekte unterstützen, die zur Steigerung der Wirtschaftskraft und Lebensqualität in ländlichen Gemeinden beitragen. Das können beispielsweise generationenübergreifende oder integrative Projekte sein, innovative Mobilitäts- oder Kommunikationslösungen für ländliche Orte, aber auch Natur- und Klimaschutzprojekte oder Imagekampagnen zur Tourismusförderung.
Wie das LEADER-Förderprogramm abläuft, welche Projekte förderfähig und welche Voraussetzungen zu beachten sind – diese Fragen beantworteten die beiden Ennepe.Ruhr.Zukunft-Regionalmanagerinnen Kristina Sitterli und Carolyn Mrotzek am Mittwochabend, 22. März, beim „LEADER Workshop“ im Martin-Luther-Haus.
Ideen aus dem Ort für den Ort
Beide betonten auf dieser ersten Informationsveranstaltung, dass das Förderprogramm eine enorme Chance sowohl für Vereine als auch für Einzelpersonen oder gemeinnützige Gruppen bietet: „Denn gerade die Menschen, die in dieser Region leben, können am besten beurteilen, welche Projekte ihren Lebensraum attraktiver, innovativer und wirtschaftskräftiger machen.“
Dabei muss es sich noch nicht einmal um „Großprojekte“ handeln, denn über LEADER lassen sich auch kleinere Vorhaben realisieren. „Die Förderquote liegt bei 80 Prozent, wenn das Projekt nicht mehr als 20.000 Euro kostet“, erklärte Kristina Sitterli. Allerdings müsse dieses dann auch innerhalb von zwölf Monaten komplett umgesetzt sein.
Größere Projekte fördert LEADER mit mindestens 1.000 und maximal 250.000 Euro beziehungsweise bis zu 70 Prozent der Gesamtkosten. Weitere 20 Prozent können die Projektinitiatoren über Spenden generieren: „Mindestens zehn Prozent sind aber immer als Eigenanteil zu leisten.“
Einfacher Weg zu großartigen Projekten
LEADER fördert nach dem Erstattungsprinzip, der Projektträger muss also komplett in Vorleistung gehen und erhält erst nach erfolgreicher Umsetzung den Zuschuss. „Das sollte jedoch niemanden davon abhalten, seine Ideen auf den Weg zu bringen“, sagte Bürgermeister André Dahlhaus auf der Infoveranstaltung zu den zirka 50 anwesenden Bürgern. Schon die Zusammenarbeit innerhalb des Vereins Ennepe.Zukunft.Ruhr beim Förderprogramm Vital.NRW habe gezeigt, dass sich „auf relativ einfache Art und Weise großartige Projekte für unsere Region finanzieren lassen.“
Zumal den Projektträgern kompetente Unterstützung zur Seite steht: „Wir beraten zu Fördermöglichkeiten und begleiten sie von der Projektidee über die formelle Antragstellung bis zur Umsetzung“, erklärte Kristina Sitterli. Ebenso haben die Regionalmanagerinnen einen Blick darauf und dafür, ob sich Synergieeffekte mit anderen Vorhaben nutzen lassen.
Ideen und Gespräche erwünscht
Die beiden Regionalmanagerinnen laden alle Breckerfelder Bürger und Vereine dazu ein, sich auf den Internetseiten von Ennepe.Zukunft.Ruhr über die LEADER-Förderung zu informieren oder sich in persönlichen Gesprächen beraten zu lassen.
„Wir freuen uns auf ganz viele Ideen, die unsere Region stärken und zukunftsfähiger machen“, sagte Kristina Sitterli. „Und wir hoffen, von ganz vielen Breckerfeldern zu hören, die ihre Stadt mit Projekten noch schöner und lebenswerter machen möchten.“









