„Es ist jetzt das 19. oder 20. Mal Frauen-Kabarett der SPD. Wir freuen uns sehr“, sagte SPD-Parteichef Christian Pohlmann zur Begrüßung. Glücklich blickte er ins Publikum. 120 Gäste waren gekommen. Lediglich neun Karten waren noch an der Abendkasse erhältlich. Kein Wunder, denn die SPD-Veranstaltung, die jährlich anlässlich des Weltfrauentags am 8. März stattfindet, steht für gutes Kabarett von Frauen für Frauen. Und dieses, da waren sich die Anwesenden einig, war besonders gut. Walli, die Reinigungskraft aus dem Ruhrpott, brillierte mit einer schnodderigen Gesellschaftsanalyse, nach der sich auch die jüngeren im Publikum sicher waren: „Ok, früher war vielleicht doch alles ein wenig besser.“
Die Kabarettistin verstand es, ihr Publikum mitzunehmen in ihre Welt. Eine Welt, die jeder kennt und tagtäglich vor Augen hat. „Kennen se dat, wenn de denkst, du denkst und in Wirklichkeit haste dat schon ausgesprochen?“ Genau das ist Putzfrau Walli nämlich im Bus passiert. Als sie eine Frau mit künstlichen blauen Fußnägeln fragt: „Sach ma`: Haste schon im Zoo gefragt, ob im Adlergehege noch nen Ast für dich frei ist mit den Krallen?“ Überhaupt, künstliche Nägel sind nicht Wallis Ding. Die kann sie auch bei den „Latte-Matschiato-Müttern“ auf dem Spielplatz nicht leiden. „Dat sind Ibiza-Schüppen. Ich bin da ja fies vor. Gehste aufs Klo und machst Pipi. Musste ja vorne putzen, aber damit kratze hinten ja automatisch mit.“ Das war nicht das einzige Mal, dass es an diesem Abend wortwörtlich unter die Gürtellinie ging. Ungeniert berichtete die Putzfrau von ihrem Frauenarztbesuch. Sie hatte aus Versehen, das Weihnachtsglitzerspray statt Deo im Intimbereich verwendet.

„Ich bin total glücklich, dass es wirklich so gut ist. Wenn wir eine Künstlerin buchen und sie vorher selbst noch nicht gesehen haben, ist das ja immer ein Wagnis“, sagte Christian Pohlmann in der Pause. Die erste Hälfte verging wie im Flug. Es wurden Tränen gelacht. Schnell war die erste Scheu des Publikums verschwunden. Münchs Programm war keinesfalls flach. Es war geschickt aufgebaut. Die einzelnen Programmpunkte bauten aufeinander auf, mit Witz und Verstand wurde eine Geschichte inszeniert, in der sich jede Frau schnell wiederfand. Es gab keine Tabus. Es wurde über Menstruation, Sex – und natürlich Männer philosophiert. Und das kam beim Wiblingwerder Publikum gut an.
Nach dem großen Erfolg soll es auch im kommenden Jahr wieder Kabarett zum Weltfrauentag geben. „Wir haben noch niemanden gebucht. Wir werden mal schauen. Nach diesem Abend beginnen wir mit der Suche“, erklärte Pohlmann.










