Der Märkische Kreis bekommt einen vierten Partnerschaftskreis. In der Kreistagssitzung am Donnerstag im Neuenrader Hotel Kaisergarten votierten alle Kreistagsmitglieder für eine Verbindung mit dem County Waterford in Irland. Landrat Marco Voge lud gleich nach dem Beschluss alle Kreistagsmitglieder für Donnerstag, 27. April, 16 Uhr, auf die Burg Altena ein. „Dann wollen wir die Partnerschaftsurkunden offiziell unterzeichnen.“
Der County Waterford ist nach der Unterschrift unter die Dokumente der vierte Partnerschaftskreis des Märkischen Kreises. Bereits seit 1970 pflegt der Märkische Kreis eine kommunale Partnerschaft mit dem Wrexham County Borough in Wales (Großbritannien). Die Verbindung wurde 1978 mit der Ehrenfahne und 1992 mit der Ehrenplakette des Europarats ausgezeichnet. Die Kreispartnerschaft hatte der Märkische Kreis anlässlich der Kommunalen Neuordnung 1975 vom damaligen Kreis Iserlohn übernommen. Der hatte die Verbindung zu Großbritannien wegen der vielen seinerzeit in der Waldstadt stationierten britischen Soldaten geknüpft.
Nach Wrexham folgte im Jahr 1992 die Partnerschaft mit dem Landkreis Elbe-Elster (damals noch Kreis Finsterwalde) in Brandenburg. Die Wahl war damals auf Finsterwalde gefallen, weil die Landesregierung nach der noch frischen deutschen Wiedervereinigung Partnerkommunen suchte, die in der ehemaligen DDR beim Aufbau der dortigen Verwaltungsstrukturen helfen konnten. Zahlreiche Mitarbeitende der Kreisverwaltung aus verschiedensten Bereichen waren damals zum Teil über Wochen in den ostdeutschen Partnerschaftskreis abgeordnet. Die Freundschaft mit dem Landkreis Elbe-Elster konnte im Jahr 2022 auf eine über 30jährige, erfolgreiche Historie zurückblicken.

Seit 2001 pflegt der Märkische Kreis partnerschaftliche Beziehungen mit dem Kreis Ratibor im polnischen Oberschlesien, welche sich schnell zu einer intensiven Partnerschaft entwickelte. Diese erlebte mit dem in 2021 bestehenden 20-jährigen Partnerschaftsjubiläum einen weiteren Höhepunkt. Die Wahl war seinerzeit auf Ratibor gefallen, weil es unter anderem in Iserlohn eine starke schlesisch-stämmige Community gibt. Viele Schlesier fanden nach dem Ende des zweiten Weltkriegs eine neue Heimat in der Waldstadt. So entstand der heutige Ortsteil Stübbeken vor allem durch den Zuzug der Schlesier.
Im Jahr 2004 begründeten die MK-Partnerkreise Wrexham und Ratibor eine offizielle Partnerschaft miteinander, wodurch ein „Europäisches Dreieck“ von Partnerschaftsbeziehungen und Verflechtungen entstand. 2012 schließlich haben die Kreise Ratibor und Elbe-Elster ihre Verbindungen ebenfalls in einem offiziellen Partnerschaftsvertrag festgehalten.
Vor dem Kreistag jetzt hatten bereits der als Fachausschuss zuständige Kulturausschuss sowie der Kreisausschuss der neuen Verbindung zum irischen County Waterford ihren politischen Segen gegeben. Während es zu Ratibor und Elbe-Elster regelmäßige Kontakte und Austausche gibt, ist die Verbindung zu Wrexham weitestgehend eingeschlafen. Es finde nur noch ein Austausch auf privater Ebene statt, hatte die Kreisverwaltung auf Nachfrage im Kulturausschuss mitgeteilt. Offiziell beenden wolle man die Partnerschaft deshalb aber nicht.
Nach dem quasi Ausfall von Wrexham war der Märkische Kreis mit Blick auf mögliche Schüleraustausche und Schulpartnerschaften ganz bewusst auf der Suche nach einem Kreis im englischsprachigen Raum. Der Kreistag hatte im Oktober vergangenen Jahres beschlossen, das Verfahren zur Begründung der Partnerschaft mit Waterford fortzuführen. Jetzt erfolgte der Grundsatzbeschluss, am 27. April werden die Urkunden auf Burg Altena unterzeichnet.








