Meinerzhagen/Valbert. Das hat der Kreistag des Märkischen Kreises in seiner jüngsten Sitzung auf Antrag von CDU und SPD beschlossen. Das Projekt „BEA“ steht für „Bestellen, Einsteigen, Ankommen“. Für einen möglichen Weiterbetrieb in 2025 hat die WB Westfalen-Bus GmbH der Märkischen Verkehrsgesellschaft ein Angebot unter Reduzierung der Einsatz- und Bedienzeiten unterbreitet: Danach würde sich für den Kreis ein jährlicher Zuschussbedarf von etwa 500.000 Euro ergeben. Die Stadt Meinerzhagen hatte im Vorfeld der Sitzung angekündigt, 100.000 Euro davon aus dem Stadtsäckel übernehmen zu wollen.
Die Kreistagsabgeordneten beschlossen mehrheitlich:
- Die Verlängerungsoption für das BEA-Projekt in Meinerzhagen-Valbert wird nicht gezogen.
- Die Verwaltung wird gebeten die Einführung eines ÖPNV-Taxi-Angebots im Gebiet Meinerzhagen zu prüfen und Gespräche mit der Stadt Meinerzhagen über die Kostenverteilung zu führen.
- Die Ergebnisse sind dem Kreistag zur weiteren Beratung vorzulegen.
- Die Einführung eines ÖPNV-Taxis ist als Option im neuen Nahverkehrsplan für den ländlichen Raum zu prüfen.

Bürgerbus fehlt in Meinerzhagen
Vor diesem klaren Votum hat sich Meinerzhagens SPD-Ortsvereinsvorsitzende Petra Gossen ein flammendes Plädoyer für das Projekt gehalten. Viele vor allem betagte Bürgerinnen und Bürger seien dann vom öffentlichen Leben abgeschnitten, Meinerzhagen verliere massiv an Attraktivität, dringend benötige Fachkräfte wanderten ab oder kämen gar nicht erst. Union und Sozialdemokraten sehen da Abhilfe durch die Einführung des ÖPNV-Taxis. Harald Harböck, UWG-Kreistagsabgeordneter aus Schalksmühle und ausgewiesener Freund des Bürgerbusses, fragte sich: „Zwölf Kommunen haben mindestens einen Bürgerbus. Warum Meinerzhagen eigentlich nicht?“
63,57 € Zuschuss pro Fahrgast
Nicht mehr verantwortbar in dem vorliegenden Kostenrahmen hielt Manuel Huff (Die Linke) das Angebot. Huff rechnete vor: Bei einem Projektvolumen von insgesamt 1.746.981 € 27.477 Fahrgästen bisher bedeute das einen Zuschussbedarf von 63,57 Euro pro Fahrgast. „Das weckt Begehrlichkeiten in anderen Kommunen“, bemerkte Gabriele Wallbaum-Strecker, CDU-Kreistagsabgeordnete aus Hemer. Jetzt wollen alle Beteiligten nach anderen Lösungen suchen, um die Mobilität in Meinerzhagen und Valbert dauerhaft zu sichern.
Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Textes stand, dass der Beschluss einstimmig gefallen sei. Das ist nicht korrekt. Der Beschluss wurde mehrheitlich gefasst. Wir haben dies im Text korrigiert.









