Der Märkische Kreis möchte den Eintritt zu allen seinen Museen abschaffen. Das geht aus der Sitzungsvorlage für die nächste Zusammenkunft des Kreis-Kulturausschusses am Dienstag, 29. August, im Lüdenscheider Kreishaus hervor. Als Begründung führt die Verwaltung die „unsichere weltpolitische Lage, hohe Energiekosten und die starke Inflation an, die jeden Einzelnen belasten.“ Hinzu kämen der Fachkräftemangel, die Transformation der Automobilzulieferbranche, die Sperrung der A45, instabile Bahnverbindungen und Teilsperrungen, Nachwirkungen der Pandemie und der Hochwasserkatastrophe sowie die Borkenkäferkalamität.
Viele Familien stünden jetzt schon bei der Freizeitgestaltung vor der Frage: „Was können und wollen wir uns noch leisten?“ Die Folge sei ein verstärkter Wettbewerb statt Kooperation der Kultur- und Freizeiteinrichtungen im Märkischen Kreis. Die Verwaltung in ihrer Sitzungsvorlage: „Das würde die jahrelange erfolgreiche kulturtouristische Netzwerkarbeit im Märkischen Kreis konterkarieren.“

Deshalb schlägt der Fachdienst Kultur- und Tourismus den Kreispolitikern vor, künftig auf den Eintritt zu den Museen des Märkischen Kreises zu verzichten. Durch die Gewährung von freiem Eintritt in die Museen wird auch die kulturelle Teilhabe gestärkt, indem das Eintrittsentgelt als Zugangsbarriere abgeschafft und die Museen so finanziell für alle Gesellschaftsschichten zugänglich gemacht werden.
Das würde dann für die Museen Burg Altena mit der ersten Jugendherberge der Welt, das Deutsche Drahtmuseum in Altena sowie die Luisenhütte in Balve-Wocklum gelten.

Der finanzielle Ausfall durch den Wegfall der Eintrittsgelder würde sich laut Verwaltung in Grenzen halten. Der Eintritt decke ohnehin nur einen minimalen Teil der Kosten eines Museums. In den letzten Jahren konnten von den Museen des Märkischen Kreises Eintrittsentgelte in folgender Höhe realisiert werden:
2019: 157.760 € (letztes Vor-Corona-Jahr)
2020: 118.896 €
2021: 59.221 €
2022: 133.675 €
Sollte der Märkische Kreis freien Eintritt in seine Museen gewähren, könnte unmittelbar eine Stelle im Aufsichtsdienst auf Burg Altena und damit circa 63.000 Euro jährlich eingespart werden. Stimmen die Kulturpolitiker zu, müsste die Allgemeine Gebührensatzung des Kreises geändert werden. Erforderlich ist auch noch die Zustimmung des Kreisausschusses am 21. September sowie abschließend des Kreistages am 28. September.








