Rekordhoch beim Krankenstand: Im Märkischen Kreis gab es 2022 so viele Fehlzeiten wie noch nie zuvor. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsbericht der AOK NordWest hervor. Danach ist der Krankenstand bei den rund 79.000 bei der AOK NordWest versicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im vergangenen Jahr auf 7,4 Prozent gestiegen, in 2021 betrug der Wert noch 6,2 Prozent. „Ursache waren in erster Linie deutlich mehr Krankschreibungen wegen Atemwegsinfekten und Erkältungskrankheiten“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Dirk Schneider. Durch den Wegfall der Abstands- und Hygieneregeln seien insbesondere die Infektionskrankheiten in 2022 rasant angestiegen. „Auch vor Corona gab es immer mal wieder starke Grippe- und Erkältungswellen. Doch diese außergewöhnlich hohen Krankenstände gab es noch nie“, erklärt Schneider.
Der Anteil der Arbeitsunfähigkeitsfälle aufgrund von Atemwegserkrankungen an allen AU-Fällen habe 2022 bei 25,1 Prozent und so mit weitem Abstand an erster Stelle gelegen. In 2021 hingegen lag deren Anteil bei nur 15,8 Prozent. „Husten, Schnupfen, Bronchitis und andere Erkältungskrankheiten verursachten damit 58,9 Prozent mehr Arbeitsausfall als im Vorjahr“, sagt Schneider. Danach folgten erst die Muskel- und Skeletterkrankungen (13,7 Prozent), Verdauungserkrankungen (sechs Prozent) und Verletzungen mit einem Anteil von 5,5 Prozent an allen AU-Fällen.
Die Erwerbstätigen im Märkischen Kreis fehlten im letzten Jahr durchschnittlich an 27,2 Tagen im Job. Das ist ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um 20,4 Prozent. Im Jahresschnitt 2021 waren sie noch 22,6 Tage krankgeschrieben. Die durchschnittliche Krankheitsdauer je Arbeitsunfähigkeit ist allerdings rückläufig: von 12,9 Tage in 2021 auf 11,3 Tage im vergangenen Jahr.
Im Branchenvergleich ist der höchste Krankenstand bei den AOK-Mitgliedern im Märkischen Kreis im Jahr 2022 mit 8,9 Prozent in Energie, Wasser, Entsorgung und Bergbau zu beobachten. Der niedrigste Wert war in der Land- und Forstwirtschaft mit 3,9 Prozent festzustellen.
Der AOK-Gesundheitsbericht wertet auch den Krankenstand nach Alter und Geschlecht aus. Danach lag bei den Männern im Märkischen Kreis der höchste Krankenstand mit 13 Prozent in der Altersgruppe von 60 bis 64 Jahren, der niedrigste in der Altersgruppe von 20 bis 24 Jahren mit 5,6 Prozent. Bei den Frauen lag der höchste Krankenstand zwischen 60 bis 64 Jahren bei 12,9 Prozent, der niedrigste im Alter von 30 bis 34 Jahren bei 4,9 Prozent.








