Kramp-Karrenbauer – auch AKK genannt – hat in ihrer politischen Karriere als Ministerpräsidentin des Saarlandes, Vorsitzende der CDU Deutschlands und Bundesverteidigungsministerin viel erlebt. Im Bever Forum nahm sie sich nun die Zeit um den rund 60 Gästen etwas von ihren Erfahrungen mitzugeben.
Gerd Uellenberg, CDU-Vorsitzender aus Radevormwald, hatte den Besuch mit „AKK“ bereits seit mehr als 16 Monaten geplant. Er suchte sich das Bever Forum als Plattform für diesen Abend aus und bat in Kooperation mit dem Hospiz Bergisches Land um eine Spende. Kramp-Karrenbauer verzichtete auf ihr Honorar.
Sie begann kritisch und machte klar, dass sie sich bei Nachrichten selbst ertappe, wie sie das Gefühl bekomme, entmutigt zu werden. Mit Studenten der Uni Heidelberg diskutierte sie vor Kurzem und stellte gemeinsam fest, dass man den Eindruck gewinnen könne, dass der eigene Beitrag keinen Unterschied mehr machen würde. Sie riet zum Innehalten und berichtete von einer Situation während ihrer Zeit als Verteidigungsministerin als ein Kampfschwimmer ihr enger Vertrauter war. „Sie beherrschen, was sie brauchen und wissen genau, was Motivation ist. Auch sie haben alle viel an Ausrüstung, um mit schwierigen Lagen zurecht zu kommen“, sprach sie den Zuhörern Hoffnung zu.
Als selbsternannte Wald- und Wiesenkatholikin stelle sie sich die Frage, wann das Gottvertrauen abhanden gekommen sei, denn alle hätten den Freiraum für Engagement. „Wenn wir an Menschen denken, die weniger haben, dann sollte uns das ermutigen und verpflichten zugleich.“
Kritische Worte fand sie auch zu den derzeitigen Kriegen in der Ukraine und Israel. Es mache einen großen Unterschied, wie der Krieg in der Ukraine ausgehe, denn „keiner ist so abhängig von Europa wie wir“. Sie ist persönlich ebenfalls davon überzeugt, dass die Sicherheit Israels deutsche Staatsräson ist und es keinen Grund gebe, der einen solchen Terror rechtfertigen würde. Der Blick in die Vergangenheit mache deutlich, dass es zwar keine Kollektivschuld gebe, aber eine Kollektivverantwortung weiterhin Bestand habe. Doch es gebe in Deutschland Gruppen, die diese Verantwortung ablehnen würden – sowohl vom linken, als auch vom rechten Rand.
„Am Ende ist Demokratie die Verantwortung von jedem Einzelnen. Jeder kleine Beitrag hilft, bringen Sie sich ein“, ermutigte sie. Es störe sie nämlich, dass die politische Mitte so leise wäre und so hoffe sie, dass mehr Menschen die Ansicht teilen würden, dass es auch unsere Welt ist und wir uns darum kümmern.
Im Anschluss stand sie für diverse Fragen bereit. Über die Frauenquote in Unternehmen bis hin zum eigenen Glauben.
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