Lüdenscheid/Meinerzhagen/Halver. Die Gewerkschaft IG Metall wird versuchen, einen Sozialplan für die Kostal-Beschäftigten auszuhandeln. Das ist das Ergebnis einer Mitgliederversammlung im Kulturhaus Lüdenscheid. Ausgangspunkt ist der im Juni vorigen Jahres angekündigte Stellenabbau bei Kostal mit dem „Aus“ für die Produktion im Stammwerk Lüdenscheid-Bellmerei sowie in Meinerzhagen und Halver. Künftig soll in der Sparte Automobil-Elektrik nur noch im Ausland produziert werden.
Im gleichen Atemzug hatte die Unternehmensgruppe die Verlagerung von Arbeitsplätzen im Verwaltungsbereich nach Ungarn angekündigt. Bis in den Dezember hatte der Betriebsrat mit dem Arbeitgeber über die Verlagerung dorthin verhandelt. Seit Anfang Januar finden Gespräche zu Sozialplan und Interessenausgleich zum Produktions-Aus statt. Während der Handlungsspielraum der Auseinandersetzung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat auf den konkreten Betrieb reduziert wird und auch nicht gestreikt werden darf, darf die IG Metall sehr wohl zu Warnstreiks aufrufen, um einen Sozialtarifvertrag durchzusetzen. Die für Tarifverhandlungen zuständige Bezirksleitung der IG Metall in Nordrhein-Westfalen hat für dieses Verfahren bereits Vollmacht erteilt, teilte die IG Metall weiter
„So eine Bewegung hat es bei Kostal noch nie gegeben.“
Der angekündigte Stellenabbau hatte dazu geführt, dass sich seither mehr als 300 Kostal-Beschäftige der IG Metall angeschlossen haben. „So eine Bewegung hat es bei Kostal noch nie gegeben“, bilanzierte Fabian Ferber, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis und Unternehmensbetreuer der IG Metall sowie der europäischen Gewerkschaften für die Kostal-Gruppe. „Das hat auch damit zu tun, dass viele Kolleginnen und Kollegen ihren Arbeitgeber nicht wieder erkennen, bei dem sie so viele Jahre gearbeitet haben.“
Torsten Kasubke, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis, rief auf, nun zu kämpfen: „Nach dem, was wir in den letzten Monaten erlebt haben, geht es nun auch darum, dass wir uns den Respekt und die Anerkennung zurückholen, die ihr euch in vielen Jahrzehnten erarbeitet habt.“
Die IG Metall werde die Beschäftigten in dieser harten Phase unterstützen. Kasubke zeigte sich erstaunt über die Angebote des Arbeitgebers.
Für Manuel Bunge, Leiter des IG Metall-Vertrauenskörpers bei Kostal und Betriebsratsvorsitzender an der Bellmerei, muss es Ziel bleiben, möglichst viele in der Kostal-Familie zu halten. „Auch ist das letzte Wort für die Produktionsstandorte Meinerzhagen und Lüdenscheid aus meiner Sicht noch nicht gesprochen“, sagte er bei der Versammlung am Samstag im Kulturhaus. – Nach der Debatte beschlossen die Metaller einstimmig, für einen Sozialtarifvertrag zu kämpfen.








