Erreichung der Klimaziele, Versorgungssicherheit, Preisstabilität – all das soll durch die Erstellung eines kommunalen Wärmeplanungskonzepts sichergestellt werden. Dieses sieht vor, bis zum Jahr 2045 eine flächendeckende Wärmeversorgung aufzustellen. Daher ist das Land NRW – und somit auch Halver – verpflichtet, bis zum 30. Juni 2028 ein Konzept zu erstellen. Sprich: Bis dahin soll es einen Plan für klimaneutrale Wärmegewinnung in der ganzen Stadt geben.
Bestandteile des Konzepts
Durch das Konzept soll langfristig eine klimaneutrale Wärmeversorgung sichergestellt werden. Im ersten Schritt wird hierzu eine Bestandsanalyse durchgeführt, die Erhebungen über den aktuellen Energieverbrauch, die in der Stadt vorhandenen Gebäudetypen und Baualtersklassen enthält.
Im zweiten Schritt erfolgt die Potenzialanalyse, die entsprechende Potentiale zur Energieeinsparung bei Raumwärme, Warmwasser und Prozesswärme ermittelt und darstellt. Anschließend wird dann in einem sogenannten Zielszenario festgelegt, wie der zukünftige Wärmebedarf mit erneuerbaren Energien gedeckt werden soll.
Im letzten Schritt wird dann eine sogenannte Wärmewendestrategie entwickelt: diese legt fest, welche Maßnahmen zur Erreichung der Energieeinsparungen getroffen werden müssen. Außerdem beinhaltet sie den Aufbau der zukünftigen Energieversorgungsstruktur.
Förderung steht auf der Kippe
Eigentlich sollten die Konzepte förderfähig sein: seitens der Bundesregierung sollten diese bis Ende des Jahres durch eine Quote in Höhe von 90 Prozent unterstützt werden, bei Einreichung des Antrags nach dem 1. Januar 2024 immerhin noch mit einer Quote von 60 Prozent (80 Prozent für finanzschwache Kommunen).
Doch ein Urteil des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe sorgt jetzt möglicherweise für eine Kehrtwende: der Regierung fehlen 60 Milliarden Euro im sogenannten Klima- und Transformationsfonds. Die Folge: ab sofort können keine Förderzusagen für das kommende Jahr getroffen werden. Es ist also fraglich, ob es für die Entwicklung der kommunalen Wärmeplanungen Unterstützung geben wird.
Förderantrag soll trotzdem gestellt werden
„Wir kommen an dem Thema nicht vorbei“, betonte Sina Löschke (Bündnis 90/Die Grünen). Sie halte es für einen Eckpfeiler: „Wir brauchen ein solches Konzept. Wann, wenn nicht jetzt, sollen wir es erstellen?“
Auch Kämmerer und Erster Beigeordneter Simon Thienel stimmte zu: „Wir wollen uns rechtzeitig auf den Weg machen.“ Bereits im Dezember, so erklärte er weiter, würde er gemeinsam mit Bürgermeister Michael Brosch und der Enervie erste Vorgespräche führen.
Schlussendlich stimmte das Gremium einstimmig über die Beschlussvorlage ab. Demnach soll die Verwaltung mit der Erstellung eines kommunalen Wärmeplankonzeptes und der Beantragung der notwenigen Fördermittel beauftragt werden.









