Mit einem neuen robotergestützten Bronchoskopie-System erweitert das Klinikum Lüdenscheid sein medizinisches Leistungsspektrum um ein Verfahren zur Früherkennung von Lungenkrebs.
Das robotergestützte Bronchoskopie-System stammt vom Medizintechnikunternehmen Intuitive. In den kommenden Tagen wird das komplexe System installiert und anschließend umfassend technisch geprüft. Es folgen umfangreiche Funktionstests, die offizielle Systemabnahme sowie intensive Schulungen der Ärzte und Pflegekräfte. Erst nach erfolgreichem Abschluss dieser Prozesse wird das System für die ersten Patienten eingesetzt.
Schonendere Untersuchung und höhere Wahrscheinlichkeit für eine Diagnose
Lungenkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen weltweit und ist nach wie vor die häufigste krebsbedingte Todesursache. Entscheidend für die Heilungschancen ist eine möglichst frühe Diagnose. Mit der Einführung des Lungenkrebsscreenings für bestimmte Risikogruppen werden künftig deutlich häufiger kleine Veränderungen in der Lunge entdeckt. Diese müssen möglichst schnell, sicher und gleichzeitig schonend abgeklärt werden.
Während einer Lungenspiegelung unterstützt das robotergestützte System die Ärzte dabei, auch sehr kleine oder schwer erreichbare Veränderungen in der Lunge präzise anzusteuern. So können gezielt Gewebeproben entnommen werden, ohne unnötig gesundes Gewebe zu belasten. Für die Patienten bedeutet das eine schonendere Untersuchung und gleichzeitig eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, schnell eine sichere Diagnose zu erhalten.
„Wir investieren dort, wo moderne Technik die Versorgung unserer Patienten spürbar verbessert. Das neue robotergestützte Bronchoskopie-System eröffnet neue Möglichkeiten in der Früherkennung von Lungenkrebs und stärkt gleichzeitig die Weiterentwicklung des Klinikums Lüdenscheid“, betont Dr. Thorsten Kehe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Märkischen Kliniken.
Zusammenarbeit mit der 3D-Bildgebung
Ein Vorteil besteht in der Kombination mit der bereits vorhandenen hochmodernen 3D-Bildgebung des Klinikums Lüdenscheid. Beide Systeme arbeiten zusammen und liefern während der Untersuchung äußerst präzise Bilder aus der Lunge. Dadurch können selbst kleinste Lungenrundherde sicher lokalisiert und untersucht werden. Während herkömmliche Verfahren bei solchen kleinen Veränderungen eine Trefferquote von etwa 70 Prozent erreichen, kann diese mit der robotergestützten Bronchoskopie auf bis zu 95 Prozent gesteigert werden.
„Je früher Lungenkrebs erkannt wird, desto besser sind in vielen Fällen die Behandlungsmöglichkeiten. Genau dafür eröffnet uns die neue Technologie völlig neue Möglichkeiten. Das robotergestützte Bronchoskopie-System ermöglicht es uns, nahezu alle Bereiche der Lunge sicher zu erreichen – auch sehr kleine, unter zehn Millimeter große, oder schwer zugängliche Veränderungen, die bislang oft nur schwer zu untersuchen waren. Gleichzeitig stärken wir mit dieser Investition unser Lungenzentrum und schaffen eine wichtige Voraussetzung für den geplanten Aufbau eines zertifizierten Lungenkrebszentrums am Klinikum Lüdenscheid“, sagt Dr. Wolfgang Hohenforst-Schmidt, Direktor der Klinik für Pneumologie, Internistische Intensivmedizin, Infektiologie und Schlafmedizin.










