Entstanden war die Idee Anfang des Jahres „als die Leute gegen rechts aufgestanden sind“, umschrieb Christian Schmitt die Vorgeschichte. Geplant war ein Programm mit Geschichten und Musik gegen Gewalt, für Demokratie und Menschenrechte. Aus dem Duo Schmitt/Schnerr-Bille wurde auf Nachfrage von Christiane Wagner ein Trio, was musikalisch ein Gewinn war. Aus den vorgesehen politischen Lieder wurden „Lieder, die wir mochten“, schildert Schmitt den Prozess. So entwickelten die drei Akteure ein Programm zum Zuhören, zum Zurücklehnen. – Eine gute Entscheidung, wie sich schnell zeigte.
Die Geschichte vom Sperling und dem Karpfen, einem ungleichen Liebespaar, zeigte, wozu Liebe fähig ist, wie eine scheinbar ausweglose Lage ein glückliches Ende findet. Im „Landgasthof zur schönen Aussicht“ stoßen die Einkehrer statt auf einen Gastwirt auf eine albanische Flüchtlingsfamilie, sie sich freut, die unerwarteten Gäste bewirten, Vorurteile abbauen zu können. Und die Gäste – sind überwältigt, belohnen die Bewirtung mit einer neuen Waschmaschine. Zeichen der Hoffnung, des Miteinanders, der Verständigung, die Martina Schnerr-Bille aus ihrem 30-jährigen Fundus an Geschichten ausgewählt hatte.

Zuhören, sich entspannt zurücklehnen, Musik genießen, die Spaß macht. Texte über Tücken des Tages mit Witz, Ironie und viel Sympathie für die Figuren – scheinbar unpolitisch. Aber eine Auszeit aus dem Alltag, die gute Laune macht, Hoffnung nährt, Gegenpol zu einer Welt, in der vieles sehr schnell zum Aufreger wird, skandalisiert wird, um Quote oder Klicks zu generieren. Das Konzept kam an. Die Kleinkunstbühne verzeichnete am Freitagabend „volles Haus“, und das angesichts starker Konkurrenz von Fußball-Länderspiel und einem Kneipen-Geburtstag in der Stadt.










