49 Jahre und 2 Monate – so lange „schaffen“ es die Wenigsten. Klaus Gebauer verließ nach fast einem halben Jahrhundert seinen langjährigen Arbeitsplatz im Schalksmühler Rathaus. Nachdem er sich am vergangenen Donnerstag, 1. September, von seinen Kollegen im Rahmen eines Ausstandes verabschiedet hatte, beendete Gebauer am darauffolgenden Freitag auch ganz offiziell seinen Dienst – mit dabei: Bürgermeister Jörg Schönenberg, Personalchef Reinhard Voss und Andreas Mikoleit, Vertreter des Personalrats.
„Es ist eine Besonderheit, die nicht mehr so oft vorkommt“, sagte Schönenberg zu Beginn der Verabschiedung hinsichtlich der langen Dienstzeit Gebauers bei der Gemeinde Schalksmühle.
Schönenberg ließ die fast 50 Jahre Arbeitsgeschichte Revue passieren und begann bei den Anfängen im Jahr 1973. Zum 1. August begann Gebauer seine Ausbildung zum Verwaltungsangestellten und konnte im Jahr 1976 seinen Abschluss feiern. Das reichte ihm allerdings nicht und so bewarb er sich um den 1. Angestelltenlehrgang, bei dem er erneut für zwei Jahre die Schule besuchte. „Du hast Dich nicht ausgeruht und Dich weiter beworben“, freute sich Schönenberg über sein Engagement. So kam es auch zum Abschluss des 2. Angestelltenlehrgangs mit dem Titel Verwaltungsfachwirt im Jahr 1983.
Seine Bestimmung fand Klaus Gebauer bereits im Oktober 1978 bei der Übernahme der Gemeindekasse, die er seither leitete. Nur die Bezeichnung hat sich geändert: „Leiter Zahlungsabwicklung“.
Bürgermeister Schönenberg lobte Gebauers unermüdlichen Einsatz. „Du warst aktiv bei den Wahlen, der Volkszählung und wenn es um Statistik ging. Auch hast du Sonderaufgaben wahrgenommen und diese im Sinne der Gemeinde erledigt“, verdeutlichte Schönenberg. „Es wird ein reibungsloser Übergang“, ist sich Gebauer sicher, denn er konnte in den vergangene Monaten bereits die neue Kollegin Sonja Vöbel anlernen.
Klaus Gebauer ist Schalksmühler, hat dort die Schule besucht und daraufhin seine Ausbildung begonnen. Die Gemeinde mit knapp 11.000 Einwohnern ist sein Wohnort und sein Lebensmittelpunkt und so war es für ihn eine Selbstverständlichkeit, sich auch im Ehrenamt einzubringen. In seinen jungen Jahren war er Handball-Torwart bis er später auf die Funktionärsebene wechselte. Erst im September 2021 zog er sich zurück. „Manchmal äußere ich mich aber noch“, merkte Gebauer süffisant an.
Seine Ehefrau Niluhlila, die er auf Bali im Urlaub kennengelernt hatte, heiratete er im Dezember 1991. Daraufhin gründeten sie eine Familie mit zwei Kindern. Sein 30-jähriger Sohn lebt mittlerweile in Lüdenscheid, seine 29-jährige Tochter in Frankfurt.
Frankfurt ist ein gutes Stichwort – denn dort muss seine Frau nun ihren Reisepass verlängern, damit es dann im Mai 2023 für eine unbestimmte Zeit nach Bali gehen kann. Für seine Rente wünscht er sich nun mehr Zeit auf Bali, um dort seiner Frau und der Familie mehr Aufmerksamkeit widmen zu können.









