„Ich glaube, es gibt einfach noch viel Unwissenheit. Uns ist es wichtig, über unsere Arbeit aufzuklären“, erklärt Carolin Sommer. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Kirsten Steinecke besuchte sie die Krabbelgruppe im evangelischen Kindergarten und informierte Interessierte an einem kleinen Stand vor der Wiblingwerder Turnhalle. „Natürlich sind bereits viele Eltern mit Betreuungsplätzen versorgt. Aber uns war es trotzdem wichtig, zu informieren. Die Eltern tragen das Wissen ja auch weiter. Uns geht es darum, über unsere Arbeit aufzuklären“, erklärte Kirsten Steinecke.
Grundsätzlich könne jeder Tagesmutter oder -vater werden. „Man muss allerdings eine Ausbildung machen“, erklärt Carolin Sommer. 300 Unterrichtseinheiten umfasst die Ausbildung. Für pädagogische Fachkräfte gebe es Sonderregeln. Sie selbst war vorher schon Erzieherin. Die Idee, eine Tagespflege in Rennerde zu eröffnen, kam ihr bei einem Besuch bei Kirsten Steinecke, die schon seit Jahren eine Kindertagespflege am Herlsener Weg betreibt. „Ich war mit meinem Sohn dort. Ich suchte auch einen Betreuungsplatz, weil ich wieder arbeiten gehen wollte. Kirsten brachte mich dann auf die Idee, weil es einen großen Bedarf gebe“, erinnert sich Sommer. Fünf Kinder unter drei Jahren betreut sie seither bei sich zuhause. „Ich liebe die Arbeit mit den Kindern und auch das selbständig sein. Da die Gruppe sehr klein ist, arbeiten wir sehr intensiv mit den Kindern“, erzählt die Rennerderin.

Auch bei den Tagesmüttern gebe es einen klar strukturierten Tag – wie im Kindergarten. „Eigentlich unterscheidet sich die Arbeit gar nicht so stark. Bei uns wird auch pädagogisch gearbeitet und die Entwicklung der Kinder dokumentiert“, erklärt Carolin Sommer.
Das Image eines teuren Babysittings sei also komplett falsch. Was ihr an der Arbeit gut gefalle, sei die individuelle Ausgestaltung. „Ich kann mich viel mehr an den Interessen der Kindern orientieren und meine Stärken einbringen“, erklärt sie. So lege sie beispielsweise großen Wert auf die Erlebnisse in der Natur.

Was die Finanzierung betreffe, gebe es eigentlich keinen Unterschied zur U3-Betreuung im Kindergarten. Sommer: „Es gelten die gleichen Tabellen wie für den Kindergarten. Es macht also für die Familie gar keinen Unterschied.“ Bereits seit 2013 haben Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf Förderung und Betreuung in Kindertagespflege. Unter besonderen Voraussetzungen können auch Kinder unter einem Jahr eine Förderung in Kindertagespflege erhalten, beispielsweise wenn Eltern erwerbstätig sind.









